☰ Menu eFinancialCareers

VERSCHMELZUNG: Commerz- und Dresdner Banker künftig in einer Filiale

Die Fusion von Commerzbank und Dresdner Bank wird nun auch für die Kunden spürbar. In Kelkheim werden eine “gelbe” und eine “grüne” Filiale zu den bundesweit ersten gehören, die zusammengelegt werden. Am 7. Dezember soll die neue Zweigstelle eröffnet werden.

Kelkheim gilt als Pilotprojekt, mit dem vor Ort die Integration der Dresdner in die Commerzbank vorbereitet werden soll. “Wir wollen Erfahrungen sammeln: Was ist wichtig für die Kunden, was ist wichtig für die Mitarbeiter”, sagte Regionalvorstand Joachim Müller.
Betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2013 ausgeschlossen. Dennoch sollen 6.500 Stellen deutschlandweit abgebaut werden – vor allem in der Verwaltung.

In Kelkheim entsteht damit ein Meilenstein auf dem Weg zum größten Bankenzusammenschluss der deutschen Geschichte. Abgesehen von der kleinen Stadt am Taunusrand, wird die Zusammenlegung von dem Tag an nur in zwei weiteren Städten in Deutschland ausprobiert – in Dortmund-Hörde und Einbeck.

Die übrigen rund 400 deutschen Standorte, an denen Filialen der beiden Banken so nah beieinanderliegen, dass sie zusammengelegt werden sollen, werden erst Mitte 2010 folgen. In den Pilotfilialen – die unter dem neudeutschen Titel ComTwo laufen – sollten Erfahrungen gesammelt werden, was Mitarbeitern und Kunden wichtig ist, sagte Müller.

Mit acht Mitarbeitern und 3.800 Kunden war die Dresdner in Kelkheim einen Tick größer als der frühere Konkurrent. In der fusionierten Zweigstelle werden künftig 13 Beschäftigte für rund 7.000 Anleger zuständig sein. Beide Filialen geben ihre bisherigen Standorte auf und ziehen 200 Meter weiter in ein neues, gemeinsames Domizil. Alle Beschäftigten werden mit umziehen.

Müller pries die Vorteile, die die neuen, größeren Zweigstellen für die Kunden hätten. So sei es bei einer größeren Zahl von Mitarbeitern besser möglich, Spezialisten für einzelne Produkte zu sprechen. In der bisherigen Commerzbank-Filiale hatte man zudem die bediente Kasse schon vor einiger Zeit abgeschafft, in der Dresdner Bank gab es sie noch. Und so sollen die Kunden auch in der neuen Filiale nicht nur am Geldautomaten, sondern auch am Schalter Geld abheben können.

Neben Kelkheim wird das Zusammenwachsen der beiden Großbanken auch in Dortmund und in Einbeck vorab getestet. Bis Ende 2010 soll die Fusion dann bundesweit starten. Insgesamt 400 Filialen in Deutschland seien von Zusammenlegungen betroffen, das Netz wird von derzeit 1.600 auf 1.200 Zweigstellen schrumpfen. Standorte würden dabei aber nicht aufgegeben. “Wir ziehen uns nicht aus der Fläche zurück”, sagte Müller.

In der Pilot-Filiale in Kelkheim werden zunächst beide Marken bestehen bleiben. So werde es etwa Geldautomaten für die Dresdner und Geldautomaten für die Commerzbank geben. Denn noch hätten beide Institute kein gemeinsames Datenverarbeitungssystem, sagte Müller. Bis Mitte 2010 soll das aber bestehen, dann werde es eine gemeinsame Marke und eine gemeinsame Produktlinie geben.

Die Kunden würden aber ihre Kontonummer, ihre Bankleitzahl sowie ihren Berater behalten, sagte der Bankmanager. Auch soll der Service besser werden, verspricht Müller. Durch die größere Zahl von Beratern könnten sich diese künftig stärker spezialisieren.

Die heikle Frage, wer in der neuen, großen Kelkheimer Filiale künftig das Sagen hat, ist noch offen. Die Leiter der beiden Filialen, Rene Koch von der Commerzbank und Markus Böhm von der Dresdner, sollten zumindest in der Pilotphase nebeneinander weiterarbeiten. Beide sind seit Anfang 2008 auf ihren Posten.

Wenn Mitte 2010 dann in ganz Deutschland die Filialen auf die einheitliche neue Commerzbank-Marke umgestellt werden, werde man sich für einen der beiden als Kelkheimer Filialleiter entscheiden, sagte Müller. Einen Wettbewerb will der Regionalvorstand darin aber nicht sehen. Da beide zu den besten Filialleitern der Bank gehörten, werde der jeweils andere sicher eine vergleichbare Stelle erhalten.

Das Beispiel “Bediente Kasse” nutzte Müller auch, um mögliches Einsparpotential bei weiteren Filialzusammenlegungen zu verdeutlichen. Im Service und der Beratung wolle man keine Stellen abbauen, sagte er. Aber wenn zwei Filialen zusammengelegt würden, in denen es jeweils noch bediente Kassen gebe, so würden in einer zusammengelegten Filiale sicher nicht zwei Kassen aufgestellt, sagte Müller.

Zur Zukunft der Frankfurter Filialen äußerte sich Müller nur vage. Am Opernplatz etwa liegen sich Commerzbank und Dresdner Bank direkt gegenüber. “Natürlich werden die beiden zusammengelegt”, sagte Müller. In welchem Gebäude das schließlich geschieht, werde aber derzeit noch verhandelt.

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier