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WestLB zahlt trotz steigender Verluste höhere Gehälter

Bei der krisengeschüttelten WestLB regiert der Rotstift. Die Landesbank hat ihr Personal im abgelaufenen Geschäftsjahr um 12,2 Prozent auf 4971 Mitarbeiter verringert. Der Personalaufwand sank hingegen in dem gleichen Zeitraum lediglich um 7 Prozent auf 598 Mio. Euro, wie die WestLB heute mitteilte.

Obgleich die Landesbank in 2009 einen Verlust von 531 Mio. Euro eingefahren hat, steigen die Gehälter der verbleibenden Mitarbeiter an. So wurden für jeden Beschäftigten durchschnittlich rund 120.000 Euro ausgegeben. Im vorausgegangenen Jahr waren es lediglich etwa 114.000 Euro gewesen. Dennoch erhalten die Mitarbeiter immer noch weniger als in 2007 mit 134.000 und in 2006 mit 176.000 Euro.

Rote Zahlen erschweren Verkauf

Trotz der tiefroten Zahlen verteidigte WestLB-Chef Dietrich Voigtländer das Konzernergebnis: “Die weltweite Rezession und Sonderbelastungen haben deutliche Spuren in unserem Abschluss des Geschäftsjahres 2009 hinterlassen. Das Ergebnis zeigt aber auch: Die WestLB ist im Kerngeschäft operativ gut vorangekommen und fest im Markt verankert.”

Aufgrund von EU-Auflagen muss die kriselnde Landesbank bis 2011 verkauft werden. Nach den erklecklichen Verlusten dürfte die Brautschau nicht leichtfallen, wie Beobachter meinen.

Als erste deutsche Bank will das Düsseldorfer Institut toxische Wertpapiere in Höhe von 85 Mrd. Euro in einer sogenannten Badbank auslagern. Überdies wird der Bankenrettungsfonds SoFFin nach einer geplanten Aufstockung seiner Finanzspritzen eine stille Beteiligung von 3 Mrd. an der WestLB halten. Die Kernkapitalquote werde sich dann auf 9 Prozent belaufen.

Fusion der Landesbanken unwahrscheinlich

Eine mögliche Fusion der Landesbanken hält Andreas Weik, Managing Partner bei Heads für unwahrscheinlich. Denn abgesehen von der WestLB behalten sämtliche Landesbanken ihre toxischen Wertpapiere in der Bilanz. “Da die Wertpapierportfolios bei den Landesbanken unklar sind, werde auch keiner fusionieren”, sagt Weik.

Dabei hat sich die WestLB bereits von der Weberbank, der WestLB Hungaria und der Servicegesellschaft Kreditmanagement GmbH getrennt. Weitere Veräußerungen wurden bereits auf den Weg gebracht.

Überdies zieht sich die Landesbank sukzessive aus dem internationalen Geschäft zurück. So wurden Standorte in Buenos Aires, Houston, Johannesburg, Kiew, Mumbai, Peking, Santiago de Chile und Mexiko City geschlossen.

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