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Karrieren in der Wirtschaftsprüfung

Qualifizierter Prüfer-Nachwuchs ist heiß umworben

Die Wirtschaftsprüfung boomt in ganz Europa – IFRS und Sarbanes-Oxley sei Dank.


Trends

2006 wollen allein die großen Prüfungsgesellschaften in Deutschland zusammen rund 3.500 neue Mitarbeiter einstellen. Neben dem Effekt aus der Umsetzung von IFRS, Sarbanes-Oxley und Co. schlagen weitere Trends positiv auf den Arbeitsmarkt durch. Das wachsende Interesse ausländischer Investoren an deutschen Firmen zum Beispiel führt zu mehr Aufträgen und der höheren Bewertung von Unternehmen oder Unternehmensteilen. Dank des “Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich” (KonTraG) hat sich mit der Korruptionsbekämpfung in Unternehmen ein ganz neuer Markt für Wirtschaftsprüfer eröffnet.

Doch “lediglich 15% der befragten Senior Auditors sind der Meinung, dass ausreichend Wirtschaftsprüfer mit den benötigten Qualifikationen verfügbar sind, um die Auswirkungen der neuen Regulationen zu bewältigen”, erklärt Max Williamson von CareersInAudit.com die Ergebnisse der europaweiten Studie “The Future of European Audit”, die sein Unternehmen in diesem Jahr durchgeführt hat. “Der Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter nimmt stetig zu”, so Williamson.

Allein KPMG will 1.200 neue Mitarbeiter einstellen, ein Großteil davon Absolventen. Prof. Dr. Rolf Nonnenmacher, Vorstandssprecher der KPMG: “Das ist ein ehrgeiziges Ziel, aber wir sind zuversichtlich, dass wir es schaffen. Denn wir bieten sichere Arbeitsplätze und ausgezeichnete Karriereperspektiven in einem anspruchsvollen Umfeld.”


Die wichtigsten Unternehmen

Die Big 5 – PricewaterhouseCoopers, KPMG Deutschland, Ernst & Young, Deloitte Touche und BDO – dominieren auf dem deutschen Wirtschaftsprüfungsmarkt. Sie teilen sich das größte Stück vom Umsatzkuchen und bieten Absolventen die besten Einstiegsmöglichkeiten.
Die PwC Deutsche Revision AG, der deutsche Arm von PricewaterhouseCoopers, ist Branchenprimus im deutschen Geschäft. 2005 hat PwC seine Mitarbeiterzahl an den 28 deutschen Standorten um 967 auf durchschnittlich 8.014 gesteigert, darunter 384 Partner und 5.681 Fachkräfte.

Auch die anderen Big Player haben ihre Mitarbeiterzahlen in Deutschland beträchtlich erhöht.
Daneben gibt es rund 2.000 kleinere bis mittlere Gesellschaften sowie rund 12.000 selbstständige Wirtschaftsprüfer. Zudem beschäftigen Prüfungsverbände oder Prüfstellen der öffentlichen Hand Wirtschaftsprüfer in nicht unerheblichem Ausmaß.


Jobs und Karrieremöglichkeiten

Angehende Prüfer arbeiten zunächst rund drei Jahre als Prüfungsassistent. Dabei bereiten sie sich auch auf das anspruchsvolle Wirtschaftsprüferexamen vor, nur zwei Drittel bestehen und werden vereidigt. Klassische Aufgabe der Wirtschaftsprüfer ist die gesetzlich vorgeschriebene Jahresabschlussprüfung. Mittlerweile gehören aber auch steuerliche Beratung und Vertretung zu ihren wichtigsten Tätigkeiten und zunehmend beraten sie auch hinsichtlich der Einführung von IT-gestützten Controlling-Systemen.

Wirtschaftsprüfer werden inzwischen häufig auch als Treuhänder, Testamentsvollstrecker, Nachlassverwalter, Vormund, Insolvenzverwalter sowie Notgeschäftsführer oder Liquidator eingesetzt. Daneben sind sie auch Gutachter bei betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Fragestellungen. Grundsätzlich können sie wählen, ob sie als Selbstständige oder in einer Sozietät als Angestellte arbeiten möchten.


Gehälter

Mit rund 35.000 Euro liegt das Einkommen der Berufseinsteiger im Vergleich zu anderen Branchen nicht gerade hoch. Doch es steigt schnell an. Ein frisch Examinierter bekommt bereits 40.000 bis 50.000 Euro. Nach rund fünf Jahren verdoppelt sich das Einstiegsgehalt. Als Partner, der obersten Karrierestufe, sind, nach der Personalberatung Michael Page International, in Deutschland Gehälter zwischen 115.000 und 280.000 Euro möglich.


Fähigkeiten

Affinität zu wirtschaftlichen Themen und Zahlen ist Voraussetzung. Etwa 80% der Wirtschaftsprüfer haben einen wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss, idealerweise mit Studienschwerpunkten wie Wirtschaftsprüfung, Treuhandwesen, Finanz- und Rechnungswesen oder Steuerlehre.

Doch auch Juristen haben eine Chance. Gute Aussichten haben Kandidaten, die Kenntnisse in IFRS, IAS, US-GAAP oder Sarbanes-Oxley besitzen und zudem tiefe Kenntnisse im Risk-Bereich, darunter auch IT-Experten für Risiken beim Einsatz von Informationstechnologie und Spezialisten auf dem Gebiet des Financial Risk Managements.

Gefragt sind außerdem analytisches Denken, selbstständiges Arbeiten, Kommunikationsfähigkeit und sicheres Auftreten. Herausragendste Eigenschaften angehender Prüfer sind Mobilität und Leistungsbereitschaft: Die die gute Bezahlung erfordert – besonders in der Prüfsaison – extrem lange Arbeitszeiten fern der Heimat.

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