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Ade Lebenslauf – worauf es bei Bewerbungen künftig ankommt!

Seit Generationen geben wir uns Mühe, unser Leben schön zu formulieren und knickfrei in eine schöne Mappe zu verpacken – um damit vielleicht den Job unserer Träume zu bekommen. Die Bewerbungsmappe macht Hoffnung und Angst zugleich. Erfüllt sie alle Kriterien, wirke ich auf dem Foto auch sympathisch? Werden die positiven Eigenschaften ausreichend hervorgehoben und liegen die Arbeitszeugnisse an der richtigen Stelle?

Fragen, die jeden Bewerber immer wieder von neuem quälen. Schon bald könnten diese Sorgen jedoch der Vergangenheit angehören: Die Bewerbungsmappe wie wir sie heute kennen, wird es morgen nicht mehr geben. Das zumindest sagen führende Karriereberater und Recruiting-Experten.

Dass sich die Bewerbung in ihrer Form verändert, ist nichts Neues. Schon seit geraumer Zeit verliert die klassische Bewerbungsmappe an Bedeutung, immer mehr Unternehmen akzeptieren nur noch Online-Bewerbungen. Unterlagen auf dem Postweg nehmen sie nicht mehr an.

Die Sorgen um die richtige Formulierung im Anschreiben und das passende Foto im Lebenlsauf bleiben also die gleichen – nur das Papier fällt weg. Dass es in der Zukunft nicht bei rein formalen Änderungen bleiben wird, davon ist Karriereberaterin und Buchautorin Svenja Hofert aus Hamburg überzeugt. “Auch inhaltlich wird sich die Bewerbung verändern”, sagt sie. “Der deutsche tabellarische Lebenslauf wird verschwinden und dem angelsächsischen Modell Platz machen.”

Reihenfolge und Lückenlosigkeit verlieren dann an Bedeutung. “Der Lebenslauf wird erfolgsorientierter werden”, sagt Hofert. Zudem würden eine Reihe persönlicher Daten aus den Unterlagen verschwinden: “Geburtsdatum, Familienstand oder Foto gibt es in amerikanischen Lebensläufen schon gar nicht mehr. Das wird auch bei uns so kommen.”

Zumindest die Sorge um Lücken im Lebenslauf würde damit wegfallen. Was zählt, sind dann die wesentlichen Stationen im Berufsleben, in übersichtlichen Blöcken zusammengefasst. Ziehen Bewerber im Moment noch Arbeitszeugnisse heran, um ihre Leistungen zu dokumentieren, wird das früher oder später der Personaler selbst erledigen, sagt Online-Recruiting-Experte und Geschäftsführer der Personensuchmaschine Yasni, Steffen Rühl. “In zehn Jahren gibt es keine klassische Personal-Bewerbung mehr”, prognostiziert er.

Personaler werden sich seiner Meinung nach schon bald selbst die Informationen suchen, die sie über einzelne Bewerber brauchen – im Internet. “Warum sollten sie sich auf geschönte Angaben im Lebenslauf verlassen, wenn sie wesentlich authentischere Informationen im Netz finden”, sagt Rühl. Dabei vertraut er nicht allein auf soziale Netzwerke – die ja durchaus ebenfalls Falschinformationen enthalten können. “Jeder von uns wird ein elektronisches Profil haben, das er pflegen muss.”

Arbeitszeugnisse werden seiner Meinung nach dort keinen Platz mehr finden. “Im Grunde spielen Arbeitszeugnisse doch jetzt schon keine Rolle mehr – negative Beurteilungen werden in schöne Worte verkleidet. Das ist absurd”, sagt Rühl. An ihre Stelle rücken Referenzen. “Im Profil werden Ansprechpartner aus vorherigen Beschäftigungen genannt, die der interessierte Personaler dann kontaktieren kann.” Ob alle wichtigen Informationen im Profil enthalten sind, werde vor allem an den Bewerbern liegen, die es pflegen. Ego-Marketing ist gefragt. “Ehrliche Bewerber werden von dieser Entwicklung profitieren, sie werden keine Schwierigkeiten haben, Referenzen vorzuweisen”, sagt Rühl

Die Personaler jedenfalls sollen alle wichtigen Informationen gebündelt präsentiert bekommen, nicht mehr nach vereinzelten Informationen im Netz suchen müssen, meint Rühl. Das ist den meisten bislang zu aufwendig. Eine Studie der Beratungsfirma Ifok ergab vor kurzem, dass Personalverantwortliche Social Media weit weniger nutzen, als oftmals vermutet. Meist aus Zeitgründen.

Ein Trend, den Karriereberaterin Hofer auch für die Zukunft voraussagt: “Immer mehr Firmen werden bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern selbst aktiv werden und in Netzwerken nach geeigneten Kandidaten suchen”, sagt sie.

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