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Ein Vergleich aller bekannten Vergütungen – Bank für Bank

Zum Ende der Bonussaison legt eFinancialCareers einen Überblick über die Vergütungen für 2009 vor. Dabei werden alle öffentlich bekannten Daten wiedergegeben, die aktuell verfügbar sind. Diese Aufstellung wird regelmäßig aktualisiert.

Die Liste orientiert sich grob an den Zeitpunkten der Bilanzpressekonferenzen und ist somit nicht alphabetisch geordnet. Die wichtigsten Punkte zuerst:

  • Auf US-Dollarbasis zahlte pro Kopf Goldman Sachs am besten (498.000 USD), gefolgt von der Deutschen Bank (478.000 USD) und Credit Suisse (419.000 USD). BofA Merill soll Gerüchten zufolge 400.000 Dollar gezahlt haben. Die UBS war mit einer durchschnittlichen Gesamtvergütung von 315.000 Dollar ein Nachzügler.
  • Nur JP Morgan hat mehr pro Kopf gezahlt als in 2007.
  • UBS kann sich kaum noch ihre Investmentbanker leisten: Die Vergütungsquote der Investmentbanker für 2009 betrug 81 Prozent.
  • Die Deutsche Bank war am besten in der Lage, sich ihre Investmentbanker zu leisten: Die Vergütungs-Quote für 2009 lag bei nur 26 Prozent.
  • Goldman Sachs

    Gesamtvergütung pro Kopf für 2009: 498.000 USD (2008: 316.000 USD; 2007: 661.000 USD

    Vergütungsquote 2009: 36 Prozent (2008: 49 Prozent; 2007: 43 Prozent)

    Gehaltserhöhungen? Ja, angeblich bedeutend.

    Lösung für die britische Bonussteuer? Unklar.

    Verzögerte Auszahlungen? Alle Goldman-Partner erhalten 60 Prozent ihrer Boni in Aktien, die über drei Jahre verteilt werden. Die Mitglieder des Vorstandes erhalten ihre gesamten Boni in Aktien. Weiter unten in der Nahrungskette soll der Anteil laut Headhuntern 60 bis 70 Prozent verteilt auf drei Jahre betragen.

    Rückforderungen? Ja, für ausufernde Risiken.

    Morgan Stanley

    Gesamtvergütung pro Kopf für 2009: Morgan Stanley weist die Vergütungen in ihrer Investmentbank nicht gesondert aus.

    Vergütungsquote: 57 Prozent im Wertpapiergeschäft mit institutionellen Anlegern. Doch nur 40 Prozent, wenn der Rückkauf eigener Anleihen – ein reiner Buchungsvorgang – miteingerechnet wird.

    Gehaltserhöhungen? Ja.

    Lösung für die Bonussteuer? Unklar.

    Verzögerte Auszahlung? 65 Prozent für die Senior-Ebene; angeblich 70 Prozent für die Bestverdiener in London.

    Rückforderungen? Ja. Morgan Stanley verfügt über einen Rückforderungsmechanismus für die drei Jahre nach der Vergütung, der ausgelöst wird bei einem abträglichen Verhalten gegenüber dem Unternehmen oder eines seiner Geschäfte. Dies wurde kürzlich auf eine schlechte Risikoanalyse ausgeweitet.

    Weitere Punkte: Das Unternehmen hat eine Verringerung der Vergütungsquote angekündigt.

    JP Morgan (Investment Bank)

    Gesamtvergütung pro Kopf für 2009: 379.000 USD (2008: 276.000 USD; 2007: 311.000 USD)

    Vergütungsquote: 33 Prozent (2008: 62 Prozent; 2007: 44 Prozent)

    Gehaltserhöhungen? Ja, doch angeblich nur für Senior Associates und darüber.

    Lösung für die Bonustax? Die Beschäftigten zahlen Teile der Steuer.

    Verzögerte Auszahlung? 40 bis 50 Prozent werden über drei Jahre gestreckt ausgezahlt – mit einer Gewichtung zugunsten des ersten Jahres. Bei Managing Directors soll sich die Zahl nach unbestätigten Informationen auf 60 Prozent erhöhen.

    Rückforderungen? Ja, betreffen nach den jüngsten Informationen eine schlechte Risikoanalyse.

    Weitere Punkte: JP Morgan zählt zu den wenigen Investmentbanken, die in 2009 pro Kopf mehr zahlen als in 2007.

    Deutsche Bank (Corporate und Investment Bank)

    Gesamtvergütung pro Kopf für 2009: 347.000 Euro (468.000 USD) (2008: 236.000 Euro (318.000 USD); 2007: 417.000 Euro (562.000 USD))

    Vergütungsquote: 26,1 Prozent (2008: 109 Prozent; 2007: 35 Prozent)

    Gehaltserhöhungen? Grundgehälter werden zwischen 5 bis 30 Prozent erhöht. Die Boni werden im Gegenzug um den gleichen Betrag gesenkt.

    Lösung für die Bonustax? Die Kosten in Höhe von 225.000 Euro (303.000 USD) für die britische Bonussteuer werden auf den gesamten Bonuspool umgelegt.

    Verzögerte Auszahlung? Nach der neuen Vergütungsstruktur soll ein beträchtlicher Teil zeitverzögert ausbezahlt werden, wovon 75 Prozent wiederum in Aktien erfolgen und 25 Prozent in Cash. Die Barzahlung wird über drei Jahre und die Aktienauszahlung über dreidreiviertel Jahre gestreckt. Wie dies in der Praxis erfolgen soll, ist hingegen noch nicht ganz klar. Bloomberg meldet, dass sämtliche Boni unter 100.000 Euro in bar ausgezahlt werden. Über 100.000 Euro nimmt die Barzahlung sukzessive ab. Laut einem Londoner Headhunter sollen die zeitverzögerten Auszahlungen in gleichen Quartalsraten über zwei Jahre erfolgen – beginnend mit 2011.

    Rückforderungen? Ja, im Senior-Bereich kann die variable Vergütung vollständig zurückgefordert werden.

    Weitere Punkte: Mit 26 Prozent ist die Vergütungsquote die niedrigste aller Banken, die gesonderte Angaben für das Investmentbanking ausweisen.

    BofA Merrill

    Gesamtvergütung pro Kopf für 2009: Für das Investmentbanking sind keine gesonderten Daten erhältlich. Dennoch hat Bloomberg von einer banknahen Quelle erfahren, dass durchschnittlich 400.000 Dollar gezahlt werden. Laut der Financial Times beträgt die pro Kopf-Vergütung in der Investmentbank zwischen 300.000 bis 500.000 Dollar.

    Vergütungsquote: Für die Investmentbank nicht erhältlich.

    Gehaltserhöhungen? Ja.

    Lösung für die Bonustax? Unklar.

    Verzögerte Auszahlung? Ja, im steigenden Maße. Laut der Financial Times erhalten Mitglieder des Managements Aktienboni, die über mehrere Jahre ausbezahlt werden. Empfänger eines Bonus von 5 Mio. USD erhalten lediglich 5 Prozent in bar – zahlbar Mitte Januar. Überdies werden 28 Prozent in Aktien bezahlt, die jeweils im August 2010 und 2011 fällig werden. Bei den übrigen 67 Prozent handelt es sich um langfristige Anwartschaften auf Aktien.

    Bloomberg meldet, dass bei kleinen Boni die Hälfte der Zahlung in bar kurzfristig erfolgt. Nach unbestätigten Berichten sollen bei Boni unter 100.000 USD sämtliche Zahlungen in bar erfolgen.

    Rückforderungen? Ja, bei niedrigen Gewinnen, wie kürzlich bekannt wurde.

    Citigroup

    Gesamtvergütung pro Kopf für 2009: Für das Investmentbanking sind keine gesonderten Daten erhältlich.

    Vergütungsquote: Für die Investmentbank nicht erhältlich.

    Gehaltserhöhungen? Ja.

    Lösung für die Bonustax? Unklar.

    Verzögerte Auszahlung? Die sofortigen Barbonuszahlungen sind auf 100.000 USD bei der Citigroup beschränkt. Doch die Bank sieht auch verzögerte Barzahlungen und begrenzte Aktienvergütungen vor, die laut Financial News ab August ausgezahlt werden können. Demnach sollten 60 bis 70 Prozent des weltweiten Bonuspools entweder in bar oder in Aktien in den kommenden drei Monaten ausgezahlt werden.

    Doch dies gilt nicht für London, wo Banken von der Finanzmarktaufsicht FSA verpflichtet sind, einen Teil zeitverzögert auszuzahlen.

    Rückforderungen? Ja.

    Credit Suisse (Investment Bank)

    Gesamtvergütung pro Kopf für 2009: 446.000 Franken (411.000 USD) (2008: 357.000 CHF (330.000 USD); 2007: 494.000 CHF (455.000 USD)

    Vergütungsquote: 42,1 Prozent (2008: Keine Angaben; 2007: 54 Prozent)

    Gehaltserhöhungen? Ja.

    Lösung für die Bonustax? Nach Unternehmensangaben wurde der weltweite Bonuspool um 5 Prozent gekürzt, um die Kosten der Steuer aufzufangen. 400 leitende Beschäftigte in Großbritannien müssen zusätzlich eine Kürzung ihrer variablen Bezüge um 30 Prozent verkraften.

    Verzögerte Auszahlung? Unter 125.000 Franken (115.000 USD) erfolgen die Bonuszahlungen in bar. Darüber hinaus werden die variablen Vergütungen gestaffelt nach einer vertraulichen Liste ausbezahlt.

    Rückforderungen? Ja, abhängig von der Geschäftsentwicklung.

    Weitere Punkte: 40 Prozent des gesamten Bonuspools von 6,9 Mrd. Franken werden zeitverzögert ausbezahlt und 60 Prozent der variablen Bezüge des Senior Managements. Der durchschnittliche Bonus beträgt 144.000 Franken (133.000 USD) für 2009, von denen 86.000 Franken (80.000 USD) auf Barzahlungen entfallen.

    UBS (Investment Bank)

    Gesamtvergütung pro Kopf für 2009: 335.000 Franken (310.000 USD) (2008: 271.000 Franken (250.000 USD); 2007: 475.000 Franken (438.000 USD)

    Vergütungsquote: 81,2 Prozent (2007/8 keine Angaben)

    Gehaltserhöhungen? Ja.

    Lösung für die Bonustax? Unklar.

    Verzögerte Auszahlung? Ursprünglich hat die UBS lediglich mitgeteilt, dass der Anteil verzögerter Auszahlungen gestiegen ist und dass insgesamt 3,2 Mrd. Franken an Bonuszahlungen aus den zurückliegenden Jahren vorgetragen werden. Nachträglich ist bekannt geworden, dass die UBS 60 Prozent aller Vergütungen über 250.000 Dollar verzögert auszahlt.

    Rückforderungen? Ja. Die UBS fordert 300 Mio. ihrer Bonuszahlungen aus dem vergangenen Jahr zurück. Denn diese wurde unter der Bedingung in Aussicht gestellt, dass die Bank einen Gewinn erwirtschaftet. Dies war in 2009 nicht der Fall.

    Barclays Capital

    Gesamtvergütung pro Kopf für 2009: Insgesamt zahlt Barclays Vergütungen von 4,5 Mrd. Pfund (6,7 Mrd. USD), was sich pro Kopf auf 195.000 Pfund (305.000 USD) beläuft.

    Vergütungsquote: 38 Prozent (2008: 44 Prozent; 2007: 47 Prozent)

    Gehaltserhöhungen? Ja. Doch scheinen diese Pläne noch nicht umgesetzt zu sein.

    Lösung für die Bonustax? Barclays legt die Kosten weltweit um.

    Verzögerte Auszahlung? Spitzenkräfte erhalten 100 Prozent ihrer Boni zeitverzögert ausbezahlt. Die nächsten 2000 leitenden Beschäftigten erhalten 75 Prozent verzögert, für das übrige Personal beträgt dieser Wert 50 Prozent.

    Rückforderungen? Unklar.

    RBS

    Gesamtvergütung pro Kopf für 2009: 174.000 Pfund (260.000 USD). Davon 77.000 Pfund (115.000 USD) Bonus (2008: 117.000 Pfund (175.000 USD); 2007: 160.000 Pfund (240.000 USD))

    Vergütungsquote: 27 Prozent (2008: 76 Prozent; 2007: 42 Prozent)

    Verzögerte Auszahlung? Ja.

    Lösung für die Bonustax? Nur 208 Mio. Pfund (310 Mio. USD) entfallen auf die Steuer.

    Gehaltserhöhungen? Unterhalb des Senior-Levels erhalten die Beschäftigten 50 Prozent der Boni in Wertpapieren, die ab Juni 2010 verkauft werden können. Bei Mitarbeitern des Senior-Bereichs liegt der Betrag bei 33 Prozent. Die verbleibende Summe wird zu gleichen Teilen in den kommenden zwei Jahren ausbezahlt. Executives erhalten vor Juni 2012 keine Auszahlungen.

    Rückforderungen? Ja.

    BNP Paribas (Corporate und Investment Bank)

    Gesamtvergütung pro Kopf für 2009: 197.000 Euro (280.000 USD). Abweichend von anderen Instituten umfasst dies verzögerte Zahlungen bis 2013. Für die Vorjahre sind leider keine Zahlen verfügbar. BNP Paribas verfügt über einen Bonuspool von 1 Mrd. Euro (500 Mio. Euro bar, 500 Mio. Euro verzögert) für ihre rund 4000 Trader, woraus sich ein durchschnittlicher Bonus von 250.000 Euro (338.000 USD) errechnet.

    Vergütungsquote: 27,7 Prozent (bis 2013; weshalb die Zahl für 2009 niedriger ausfallen dürfte). Keine Zahlen für die Vorjahre verfügbar.

    Gehaltserhöhungen? Noch nicht.

    Lösung für die Bonustax? Für die in Frankreich und Großbritannien fälligen Bonussteuern weist die Bank eine Summe von 250 Mio. Euro aus.

    Verzögerte Auszahlung? Wenigstens 50 Prozent der variablen Vergütung wird über drei Jahre verzögert ausbezahlt.

    Rückforderungen? Ja.

    Société Générale (Corporate und Investment Bank)

    Gesamtvergütung pro Kopf für 2009: Die Vergütungskosten weist die SG nicht einzeln aus. Dennoch wurde ein Bonuspool von 550.000 Euro genannt, wovon 300 Mio. zeitverzögert ausbezahlt werden. Nach Schätzungen wendet die SG für jeden ihrer Trader durchschnittlich 196.000 Euro (265.000 USD) auf.

    Vergütungsquote: Keine Angaben.

    Gehalterhöhungen? Noch nicht.

    Lösung für die Bonustax? Die Kosten für die französische und britische Bonussteuer scheinen die Trader selbst schultern zu müssen. Laut Unternehmensangaben sind in dem Pool für Barbonuszahlungen in Höhe von 250 Mio. Euro keine Steuern berücksichtigt.

    Verzögerte Auszahlung? 55 Prozent der variablen Vergütungsbestandteile werden verzögert über die kommenden drei Jahre ausbezahlt.

    Rückforderungen? Ja.

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