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Gibt es zu viele Investmentbanken?

Die Kreditkrise hat die Schwächen des modernen Investmentbanking auf ziemlich teure Weise offengelegt. Die wichtigste Frage wird aber viel zu selten gestellt, schreibt die Nachrichtenagentur Dow Jones in ihrer Kolumne “The Skeptic”. Wozu braucht die Welt eigentlich so viele Investmentbanken?

Tatsächlich ist der Markt der Investmentbanken im weltweiten Vergleich arg zersplittert. Im “Advisory”-Geschäft kommt Marktführer Goldman Sachs lediglich auf einen bescheidenen Anteil von fünf Prozent.

Die zehn führenden M&A-Berater zusammen halten einen Marktanteil von – verglichen mit anderen Branchen bescheidenen – 35%. Selbst die Juristen sind da schon viel weiter. Dort kontrollieren die vier größten “Law Firms” rund ein Drittel des Geschäfts mit Fusionen und Übernahmen.

In anderen Bankbereichen sieht es nicht viel anders aus. Im globalen Kreditgeschäft gibt es lediglich vier Banken, die einen Marktanteil von mehr als fünf Prozent verzeichnen. Im ECM-Geschäft gibt es zwar immerhin sieben Investmentbanken, die fünf Prozent des Geschäfts kontrollieren, doch auch in diesem Bereich würden Zusammenschlüsse den Kartellbehörden vermutlich keine schlaflosen Nächte bereiten.

Tatsächlich ist der Konkurrenzkampf auf einigen Märkten so scharf, dass die Platzhirsche eher Marktanteile verlieren statt gewinnen. In Asien haben führende indische, chinesische und vietnamesische Investmentbanken ihre Stellung binnen Jahresfrist auf mehr als neun Prozent verdoppelt.

Auch ein anderer Trend dürfte in den Chefetagen der Investmentbanken Besorgnis auslösen. Immer mehr Industriekonzerne verzichten nämlich auf ihre Dienste, wenn sie einen Konkurrenten schlucken wollen. Statt dessen leisten sich immer mehr Großunternehmen eigene M&A-Abteilungen.

Die Folgen bekommen sowohl reinrassige Investmentbanken wie Goldman Sachs und Morgan Stanley zu spürern, aber auch “integrierte” Institute für die Deutsche Bank und Credit Suisse. Selbst unabhängige Fusionsberater wie Rothschild und Lazard leiden unter diesem Trend.

Andererseits ergibt sich daraus für den einen oder anderen Fusionsberater, der sich beruflich verändern muss, vielleicht die Chance auf einen neuen Arbeitsplatz bei einem großen Industrie- oder Dienstleistungsunternehmen. Im Gegenzug müssen Investmentbanker dort natürlich Abstriche beim Gehalt machen, warnen von eFinancialCareers befragte Headhunter.

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