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Darf Ackermann Honorarprofessor werden?

Nun will ihn die Frankfurter Uni also doch: Josef Ackermann soll Honorarprofessor für Wirtschaftswissenschaften werden.

Eine bemerkenswerte Kehrtwende: Vor drei Jahren galt der Boss der Deutschen Bank noch als “Persona Non Grata”. Der liebe “Joe” war damals – freundlich formuliert – nicht gerade populär.

Was nicht weiter verwundert, schließlich musste sich Ackermann vor Gericht wegen des Vorwurfs der Untreue verteidigen. Sein demonstrativ zur Schau getragenes Victory-Zeichen klebt bis heute an ihm wie Kaugummi unter der Schuhsohle.

Das Verfahren gegen Ackermann wurde zwar gegen eine Millionenbuße eingestellt und der 60jährige gilt deshalb auch nicht als vorbestraft. Einen üblen Beigeschmack behielt die Sache aber doch.

Und dann war da noch die Ankündigung, trotz Rekordgewinns weltweit tausende Stellen zu streichen. So etwas kommt vielleicht im Hörsaal gut an, aber nicht in den Medien.

Der renommierten London School of Economics wars freilich egal. Die ernannte Ackermann schon vor einem Jahr zum “Visiting Professor” für Risikomanagement. Tatsächlich kennt Ackermann den Lehrbetrieb an der Uni aus dem Effeff.

Nachdem der studierte Volkswirt 1977 in St. Gallen über den “Einfluss des Geldes auf das reale Wirtschaftsgeschehen” promoviert wurde, hielt er an seiner Alma Mater zwölf Jahre lang nebenberuflich Vorlesungen.

Ob die Frankfurter Kommilitonen künftig viel bei dem wiederauferstandenen Finanz-Popstar lernen werden, darf trotzdem bezweifelt werden. Bei seinen letzten öffentlichen Auftritten in Frankfurt vor Honoratioren aus Politik und Geldwirtschaft präsentierte sich Ackermann nicht gerade als mitreißender Rhetoriker, sondern eher als launiger Redner, der von Höcksken auf Stöcksken springt.

Die Frankfurter Uni will davon freilich nichts wissen. Für sie ist ein Professor mit Nachnamen Ackermann ein unbezahlbarer PR-Coup. Und nicht nur Studenten, die sonst abends am liebsten “Deutschland sucht den Superstar” gucken, werden sich den einstmals “attraktivsten Manager” (Wirtschaftswoche) sicher nicht entgehen lassen.

Was meinen Sie? Wird Ackermann dazu beitragen, die Lehre an der Uni zu verbessern? Oder wird er vor allem intellektuelle Leere produzieren?

Kommentare (1)

Comments
  1. Natürlich werden wir von Ackermann etwas lernen. Der Mann hat so viele Krisen erlebt, da bleibt bestimmt etwas Brauchbares für Studenten hängen. Und als Mann der Praxis ist er mit Sicherheit eine Bereicherung für den oft trockenen Unialltag.

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