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Finanzinvestoren haken 2009 ab – Ende der Eiszeit erst 2010

Die von der Finanzkrise schwer getroffene Beteiligungsbranche erwartet kein schnelles Ende der Eiszeit. Für dieses Jahr haben die meisten Finanzinvestoren ihre Hoffnungen auf Tauwetter bereits weitgehend begraben. Das geht aus mehreren Umfragen unter Private-Equity-Managern im Vorfeld der in der kommenden Woche beginnenden Hedgefonds-Konferenz “SuperReturn” in Berlin hervor, berichtet Reuters.

“Noch ist kein richtiges Licht am Horizont zu erkennen”, sagte Christian Specht, Partner bei der Unternehmensberatung KPMG.

Eine Umfrage seines Hauses bei 35 in Deutschland vertretenen Private-Equity-Firmen zeigt, dass zwei Drittel negative Folgen der Finanzkrise auf ihr Geschäft bis ins Jahr 2010 hinein erwarten. Den Tiefpunkt der Rezession sehen sie erst in der zweiten Hälfte dieses Jahres. Bis dahin gehen die jahrelang erfolgsverwöhnten Finanzinvestoren von einer weiteren Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfeldes mit entsprechenden Folgen für die Portfoliofirmen aus.

“Von einer Rückkehr des Finanzierungs-Bonanza der Boomjahre 2006 und 2007 spricht niemand mehr”, sagt Specht. Damals erzielten große Beteiligungsgesellschaften wie Blackstone und KKR beim Firmenverkauf Renditen auf ihr eingesetztes Kapital von 40 bis 50 Prozent – und das nur dank einer enormen Verschuldung, die sie den gekauften Unternehmen aufgebürdet hatten.

Eine Befragung der Investmentbank Jefferies unter 155 europäischen Private-Equity-Experten bei Banken und Beteiligungsfirmen zeigt, dass die Geldhäuser dabei skeptischer sind als die Investoren. 90 Prozent der Bankenvertreter erwarten demnach einen Ergebnisrückgang um mindestens zehn Prozent bei den Portfoliofirmen, bei den Investoren rechnet die Hälfte nur mit einem Minus von maximal zehn Prozent. “Diese unterschiedlichen Einschätzungen werden sich zukünftig signifikant bei den Finanzierungs-Verhandlungen niederschlagen”, sagte Richard Markus, Co-Chef von Jefferies in Frankfurt.

Angesichts dieser unverändert trüben Aussichten ist der intensive Kontakt zu den Geldgebern für die Beteiligungshäuser wichtiger denn je. Der Erfolg bei früheren Übernahmen und die Vermeidung von Insolvenzen spielen für den Ruf eines Finanzinvestors eine entscheidende Rolle. “Wer hier negativ aufgefallen ist, dürfte beim nächsten Fonds nur schwer an Gelder herankommen”, prognostiziert KPMG-Private-Equity-Chef John Evans. Er erwartet in den nächsten Jahren eine Marktbereinigung: “Der könnten auch bekannte Namen zum Opfer fallen.”

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