Commerzbank ruft Staat zu Hilfe und akzeptiert Gehaltsgrenze/Bonusverzicht

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Als erste Privatbank hat die Commerzbank den Rettungsfonds der Bundesregierung angezapft. Manager und Aktionäre des Frankfurter Instituts zahlen dafür aber einen hohen Preis: 2008 und 2009 darf die Bank keine Dividenden ausschütten. Außerdem werden die Gehälter des Vorstands begrenzt.

CEO Martin Blessing, der bisher ein Fixgehalt von 760.000 Euro bekam, und die anderen Vorstandsmitglieder, dürfen künftig maximal 500.000 Euro pro Jahr verdienen.

Für Verwirrung sorgt aber der Satz zu den Gewinnbeteiligungen. "Bonifikationen werden für 2008 und 2009 nicht gewährt", heißt es in der Pressemitteilung.

Auf Nachfrage von eFinancialCareers sagte Commerzbank-Sprecherin Beate Schlosser, der Satz sei so gemeint, wie er da stehe. Ob die Aussage, dass eine Gewinnbeteiligung nicht gezahlt wird, nur für den Vorstand oder auch für alle übrigen Mitarbeiter gelte, wollte oder konnte die Sprecherin nicht beantworten.

Sie sagte, man wisse ja noch nicht, wie das Ergebnis ausfallen wird. "Ansonsten gibt es dazu nichts zu sagen."

Der Sprecher des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung, Andreas Funke, sagte dagegen, dass der Verzicht auf die Ausschüttung von Boni lediglich von den Mitgliedern des Vorstandes verlangt werde. Dagegen liege es im Ermessen der Bank, weiter Boni an Mitarbeiter auszuschütten.

Während der Debatte um die Verdienste von Bankvorständen ist die Tatsache, dass die Leiter von einzelnen Bereichen bei vielen Investmentbanken ein mehrfaches des Vorstandschefs verdienen, kaum thematisiert worden.

Als zweite Landesbank nach der BayernLB hat am Montag die HSH Nordbank ebenfalls den Rettungsfonds in Anspruch genommen. Wie das aus dem Zusammenschluss von hamburgischer und schleswig-holsteinischer Landesbank hervorgegangene Institut am Montag mitteilte, werde man Bürgschaften im Volumen von 30 Mrd. Euro beantragen.

Dagegen bekräftigte Deutsche-Bank-Chef gegenüber dem ZDF noch einmal, dass der Branchenprimus weiterhin nicht daran denke, staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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