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Beamtenähnliche Verträge verhindern Massenentlassungen bei BayernLB

Trotz des angekündigten Abbaus von 5.600 Stellen und eines milliardenschweren Defizits herrscht bei den Mitarbeitern der angeschlagenen BayernLB gute Stimmung. Betriebsbedingte Kündigungen bei der angeschlagenen BayernLB seien nicht zu erwarten, sagte der Personalratsvorsitzende Diethard Irrgang in einem Interview.

Das liegt auch daran, dass bei der BayernLB viele Mitarbeiter beamtenähnliche Arbeitsverträge haben. “Für mehr als die hälfte der Mitarbeiter gelten stark erschwerte Kündigungsbedingungen”, sagte Irrgang. Der Vorstand der Landesbank habe den Arbeitnehmervertretern deshalb zugesagt, sich um einvernehmliche Lösungen wie Vorruhestand und Abfindungen zu bemühen.

Die Gewerkschaft Verdi geht trotzdem hart mit dem Management der Bank ins Gericht. “Wir sehen unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt”, sagte Josef Falbisoner, Landesbezirksleiter von Verdi Bayern. “Politik und Management haben bei der Landesbank ein beispielloses Debakel angerichtet, aber die einzigen, die jetzt die Konsequenzen zu spüren bekommen, sind die Beschäftigten.” Derweil würden die “Brandstifter aus dem Ohrensessel heraus schlaue Reden führen”. Falbisoner forderte, das Rettungspaket für die BayernLB auf die Beschäftigten auszugedehnen.

Gleichwohl sind nicht alle Landesbanken von der Finanzkrise betroffen. “Per saldo ist aber mit weiteren Arbeitsplatzverlusten zu rechnen”, sagte der Verdi-Sprecher für den Bankensektor, Jörg Reinbrecht. Bisher haben schon die WestLB und die HSH Nordbank den Abbau von Stellen in großem Umfang angekündigt.

Der saarländische SPD-Vorsitzende Heiko Maas hat sich inzwischen für den Erhalt der SaarLB als eigenständige Bank ausgesprochen. Das Land müsse prüfen, möglicherweise wieder die Mehrheit an der zur BayernLB gehörenden Landesbank zu übernehmen.

Tatsächlich schließt die BayernLB einen Verkauf der SaarLB nicht aus. Das Saarland ist noch mit rund 10 Prozent an der Landesbank beteiligt, die saarländischen Sparkassen halten fast 15, die BayernLB rund 75 Prozent. Die SaarLB beschäftigt rund 650 Mitarbeiter.

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