Fondsmanager in Wachstumsmärkten: Wie viel bin ich wert?

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Das Interesse an Russland wurde durch den steigenden Ölpreis angeheizt, das an der Türkei durch ihren Versuch, die Europäische Union zu Beitrittsverhandlungen zu bewegen. In diesem Jahr scheint keiner der beiden Märkte sonderlich attraktiv: Die Besorgnis angesichts von Zentralisierungstendenzen und Korruption in Russland wächst. Gleichzeitig regen sich in den EU-Mitgliedstaaten Bedenken gegenüber der Türkei und mindern ihre Beitrittsaussichten.

Fondsmanager in Wachstumsmärkten müssen solche Entwicklungen bereits frühzeitig berücksichtigen, bevor sie über Investments entscheiden. Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach qualifizierten Fondsmanagern für diese immer noch sehr attraktiven, sehr wechselhaften und nach wie vor schwer einschätzbaren Märkte.

Im mittleren Management mit einem Schwerpunkt auf den EMEA-Staaten (Europa, Naher Osten und Afrika) ist ein guter Universitätsabschluss - idealerweise mit einem betriebswirtschaftlichen Schwerpunkt - unerlässlich. Darüber hinaus werden Sprachkenntnisse, hohe Sozialkompetenz und das sichere Beherrschen von Präsentationstechniken sowie ein Abschluss als CFA gefordert. Ein weiteres Muss ist die Fähigkeit, komplexe Investmentlösungen zu diskutieren und wechselnde Investmentstrategien aufzeigen zu können.

Mit Blick auf die Kapitalmärkte sind Expertise in den drei Hauptmärkten der EMEA-Staaten - Banken, Öl und Gas sowie Telekommunikation - erstrebenswert. Qualifiziertes Personal vom Festland, einschließlich der Türkei und Russland, dringt auf den Londoner Markt vor, wenngleich deutlich mehr Kandidaten immer noch aus den geographisch näher liegenden Ländern kommen.

"In Österreich, Deutschland und Frankreich finden sich überall gute, junge Leute. Viele sehen London als den Ort mit den meisten Möglichkeiten an", meint Martin Lorigan vom Personalberater Shepherd Little. Er fügt hinzu, dass derzeit eine Fülle von Positionen auf der zweiten Führungsebene offen stünde. Die seien wie geschaffen für Kandidaten mit zwei bis sieben Jahren Berufserfahrung.

Taru Oksman-Ison, Headhunter bei Principal Search, erzählt, dass etliche EMEA-Fondsmanager zuvor Analysten gewesen seien, entweder auf der Sell-Seite oder auf der Buy-Seite. Fondsmanagement in Wachstumsmärkten wäre für sie ein neuer, interessanter Karriereweg.

"Der Markt ist gegenwärtig sehr ruhig; Russland ist ein heißes Pflaster, aber längst nicht so heiß wie in vergangenen Zeiten", berichtet sie.

Welche Gehaltsvorstellung dürfen sich diejenigen, die eine Position im mittleren Management oder auf der zweiten Führungsebene antreten, machen? Oksman-Ison sagt, dass das übliche Grundgehalt zwischen 70.000 und 100.000 britischen Pfund (100.000 und 145.000 Euro) läge. Lorigan geht von niedrigeren Grundgehältern zwischen 55.000 und 75.000 britischen Pfund (80.000 und 110.000 Euro) aus, wenngleich die letztere Summe für Kandidaten mit fünf bis sechs Jahren Berufserfahrung gelten würde. Beide sind sich einig, dass Prämien bis zu 100 Prozent des Grundgehalts durchaus möglich wären, obschon sie extrem von den Leistungen des einzelnen sowie des Teams abhingen.

Der wahre Ansporn kommt für besonders gute Fondsmanager aber erst mit der Beförderung: Manager, die die Leitung eines Teams übernehmen, können mit Grundgehältern um die 150.000 britische Pfund (215.000 Euro) und Bonuszahlungen bis zu 250 Prozent rechnen. Mit anderen Worten: Es lohnt sich, am Ball zu bleiben.

Zahlen und Kommentare von Shepherd Little und Principal Search.

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