Banker-Boni steigen weniger

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Eine aktuelle Studie zeigt, dass Führungskräfte in Deutschland für das Geschäftsjahr 2007 höhere Bonifikationszahlungen erhielten. Doch während insbesondere Consultants höhere leistungsbezogene Vergütungen erhielten, gingen die Steigerungen an nicht wenigen Bankern vorbei.

51 % der deutschen Führungskräfte haben der aktuellen Bonusstudie der internationalen Personalberatung LAB Lachner Aden Beyer & Company in Kooperation mit der Financial Times Deutschland zufolge für das Geschäftsjahr 2007 höhere Bonuszahlungen erhalten als im Vorjahr - aber nur ein Fünftel bekam einen Zuschlag von mehr als 20 %. Damit bestätigt sich ein Trend des Vorjahrs: Die Zeit drastischer Gehaltszuwächse scheint vorbei.

Dabei könnte man angesichts der aktuellen Boni-Diskussionen unter Politikern ein ganz anderes Bild bekommen: "Übermäßige Managergehälter sind ein soziales Übel", schimpft der Luxemburger Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, Bundespräsident Horst Köhler geißelt "bizarr hohe Vergütungen für einzelne Finanzmanager".

Manager sind Schlusslichter

Und doch: Die Manager der Finanzdienstleistungsbranche sind die Schlusslichter in der Bonusstudie: Nur 47,9 % der Finanzprofis konnten höhere Boni für 2007 verzeichnen, 12,9 % vermeldeten gesunkene Bonifikationen. An der Spitze der Nahrungskette hingegen sind Unternehmensberater. 62 % der befragten Banker erhielten für 2007 mehr Bonus.

Die Diskussion scheint also am Thema vorbei zu gehen. Ein näherer Blick zeigt jedoch, dass unter den Managern insbesondere die Spitzenverdiener mit einem Jahreseinkommen von mehr als 200.000 € beim Bonus weiterhin zulegen konnten: 39 % von ihnen meldeten signifikant gestiegene Sonderzahlungen. In der Gehaltsklasse bis 100.000 € konnten sich hingegen nur 15 % über einen vergleichbar hohen Zuschlag freuen. 17 % von ihnen mussten sogar gesunkene Boni hinnehmen. Bei den Höchstverdienern waren dies nur 7 %.

"Die Gehaltsschere zwischen Höchst- und Normalverdienern geht weiter auseinander", bestätigt Klaus Aden, Geschäftsführender Gesellschafter von LAB & Company einen auch subjektiv wahrgenommenen Trend, den auch die teils massive öffentliche Kritik nicht habe aufhalten können.

Der Grund für die weiterhin hohen Bonuszahlungen ist laut Aden in der Abhängigkeit der Unternehmen von qualifiziertem Führungspersonal zu suchen: "Den Unternehmen bleibt nichts anderes übrig. Denn gerade im Führungskräftebereich sitzen inzwischen die Arbeitnehmer eindeutig am längeren Hebel."

So erklärt sich auch, dass immerhin ein Viertel der Firmen mit sinkenden Gewinnen dennoch dem Führungspersonal höhere Boni zugestanden haben. Diese scheinbar überraschende Erkenntnis sei ein zusätzlicher Beleg für die weiterhin starke Stellung der Manager, so Aden.

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