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Gute und schlechte Ausreden, um sich von der Arbeit zu einem Vorstellungsgespräch davonzustehlen

Ausreden

Schummeln will gekonnt sein.

Womöglich zählt ein anstehendes Vorstellungsgespräch zu den wenigen Situationen im Leben, in denen eine kleine Notlüge zulässig ist. Falls Ihr neuer Arbeitgeber in spe nicht bereit sein sollte, sich außerhalb der Arbeitszeiten zu treffen, dann müssen Sie sich eine gute Geschichte zurechtlegen, um sich vom Arbeitsplatz davonzustehlen. Sicher können Sie Ihrem Vorgesetzten erzählen, dass Sie einen Termin haben und in ein paar Stunden zurück sein werden. Doch was antworten Sie, falls Ihr Chef Details verlangt? Dies gilt umso mehr, wenn Sie selbst aktiv nach einer neuen Chance suchen und daher öfters zu einem Vorstellungsgespräch entschwinden müssen. Hierzu gibt es viele Ausreden, auf die Sie lieber verzichten sollten. Allerdings gibt es auch einige schlauere und ungefährlichere Optionen.

Dabei hat es sich bewährt, die Angelegenheit strategisch anzugehen. „Da Sie nicht genau wissen, wann die Vorstellungsgespräche anstehen, sollten Sie schon frühzeitig darauf achten, sich Zeit in Ihrem Kalender freizuhalten”, empfiehlt Karriereexpertin Caroline Ceniza-Levine von SixFigureStart. Weiter mache es Sinn, seinen Vorgesetzten behutsam auf die Auszeit vorzubereiten. „Dies erleichtert es Ihnen, Vorstellungsgespräche dazwischenzuschieben, und es ist weniger offensichtlich.”

Welche Ausreden Sie vermeiden sollten…

Ausreden die auf unverantwortliches Verhalten hindeuten

Dabei handelt es sich um einen verbreiteten Fehler. Sie machen sich so viele Sorgen um eine glaubwürdige Ausrede, dass Sie auf eine verfallen, die Sie in schlechtem Licht erscheinen lässt. Manchmal können solche Ausreden schlimmer  ausfallen, als wenn Sie Ihrem Vorgesetzten direkt stecken, dass Sie sich auf den Weg zu einem Vorstellungsgespräch machen.

Ein Recruiter berichtet von einem Kandidaten, der seinem damaligen Chef NACH dem Interview gesagt hat, dass er die Nacht durchgefeiert und anschließend verschlafen habe. Keine gute Wahl! Greifen Sie niemals zu einer Ausrede, die Sie als schlechter Angestellter erscheinen lässt, und teilen Sie Ihre Abwesenheit Ihrem Chef immer vorher und nie nachher mit.

Trauerfälle und Familienunglücke

Falls Sie tatsächlich eine detaillierte Ausrede benötigen, dann sollte diese nicht jemanden aus Ihrem privaten Umfeld betreffen – schon gar nicht ernste Fälle. Was passiert auf einer Weihnachtsfeier oder einem Betriebsausflug, an dem auch Kinder und Partner teilnehmen? Nicht nur, dass Sie eine zweite Person in die Angelegenheit hineinziehen, Sie haben auch aus einer Ausrede eine veritable Lüge gemacht.

Viele Leute bringen Verständnis dafür auf, falls sich ein angeblicher Zahnarzttermin später als Vorstellungsgespräch entpuppt. Doch wenn Sie erzählen, dass Ihr Sohn „einen ernsten Autounfall“ erlitten hat, dann sorgen Sie damit für mehr als nur Kopfschütteln. Selbst wenn Sie den Job erhalten, wird eine solche aufgeflogene Ausrede bei Ihrem alten Arbeitgeber in schlechter Erinnerung bleiben. Es ist niemals gut, die Brücken hinter sich abzubrechen.

„Wenn Sie einen Unglücksfall erlitten haben, dann wollen die Leute oft helfen und stellen Fragen. Dann sind Sie gezwungen, noch mehr zu lügen, was niemals gut ist”, warnt Karrierecoach Alyssa Gelbard von Resume Strategists.

Alles, wobei Ihnen Ihr Chef helfen kann

Vielleicht erzählen Sie einfach von einem kleinen Problem wie z.B. einem platten Reifen oder einem Babysitter, der nicht erschienen ist, und Sie daher ein paar Stunden zu spät sind. Klingt gut? Ist es aber nicht. Denn was passiert, wenn eine hilfsbereite Person aus Ihrem Büro, Ihnen freundlicherweise aus der – nicht existenten – Patsche heraushelfen will? Darüber hinaus gibt es bei Banken und anderen großen Finanzdienstleistern teilweise Mitarbeiter, die in Notfällen z.B. bei der Kinderbetreuung einspringen. Es gibt sogar Unternehmen, die einen Concierge-Service anbieten, der bei den kleinen Problemen des Alltags zur Hilfe eilt. So etwas sollten Sie in jedem Fall im Voraus prüfen.

Sich plötzlich krank zu melden

Sich am Morgen vor einem Vorstellungsgespräch krank zu melden, zählt zweiffelos zu den Klassikern. Davon ist allerdings abzuraten. Laut Gelbard wirke es verdächtig, wenn sich ein zuvor kerngesunder Mitarbeiter plötzlich krank melde. „Wenn Sie dann ganz gesund ins Büro zurückkehren, dann erwecken Sie nur noch mehr Verdacht – es sei denn Sie können Ihren Kollegen von einer wundersamen Rekonvaleszenz überzeugen.”

Eine Ausrede, die Ihnen nicht genügend Zeit lässt

Gerade wenn ein Vorstellungsgespräch besonders gut verläuft, können aus einer Stunde ganz schnell drei werden. In einer solchen Situation wollen Sie Ihrem Gegenüber sicher nicht mitteilen, dass Sie jetzt leider gehen müssen. Setzen Sie sich niemals Zeitdruck aus.

… welche Ausreden tatsächlich funktionieren

Der beste Weg besteht darin, sich gar nicht erst in eine Situation hineinzumanövrieren, für die Sie eine Ausrede benötigen. Fragen Sie einfach, ob der potenzielle Arbeitgeber oder das Recruitmentunternehmen die Möglichkeit haben, sich vor oder nach der Arbeitszeit mit Ihnen zu treffen. Auch wenn dies auf taube Ohren stößt, wirft diese Frage kein negatives Licht auf Sie. Vielmehr zeigen Sie sich damit als verantwortungsvoller Angestellter.

Falls das Vorstellungsgespräch tatsächlich während der Arbeitszeit stattfinden muss, dann sollte die erste Wahl in einem Urlaubstag bestehen. Dafür müssen Sie sich keine Ausrede einfallen lassen; Sie haben genügend Zeit und müssen sich auch nicht um Ihre Kleidung für das Gespräch sorgen. Allerdings sollten Sie den Urlaubstag rechtzeitig beantragen.

„Ein Ausrede in letzter Minute kommt niemals gut an. Sie wollen sich nicht vor Ihren Vorgesetzten fürchten, wenn Sie auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch sind”, sagt Gelbard.

Sofern sich dies als unmöglich erweist, sollten Sie um einen ganz frühen oder besonders späten Termin bitten. Damit fällt Ihre Abwesenheit weniger auf und Sie müssen sich auch nicht um die Zeit davor und danach kümmern.

„Falls das Vorstellungsgespräch in der Mittagspause stattfindet, können Sie sagen, dass gerade ein alter Freund in der Stadt ist und Sie etwas länger wegbleiben werden”, empfiehlt Ceniza-Levine.

Bei den Ausreden sollten Sie so vage wird irgend möglich bleiben. „Ich habe einen Termin“, funktioniert schon in 90 Prozent aller Fälle. Oft besteht keine Notwendigkeit, Ihren Chef mit mehr Details zu versorgen. Außerdem flunkern Sie im wahrsten Sinne des Wortes nicht. Falls Sie meinen, mehr sagen zu müssen, dann sollten Sie sich an die Klassiker schlechthin halten: einen Arzttermin, einen Termin mit Ihrem Steuerberater oder mit einem Handwerker, der bei Ihnen zuhause Arbeiten verrichtet. An dem betreffenden Tag von zuhause aus zu arbeiten, ist sicherlich ratsam.

Wenn Sie mehrere Vorstellungsgespräche hintereinander bewältigen müssen – gleich ob bei demselben oder verschiedenen Arbeitgebern – dann haben sich Zahnprobleme als Ausrede bewährt. Denn oft müssen Betroffene mehrmals bei einem Zahnarzt erscheinen.

Der Reinigungs-Trick

Was machen Sie, wenn Sie auf dem Weg zur Arbeit öffentliche Transportmittel benutzen müssen oder wenn das Interview am späten Nachmittag stattfinden soll? Wo verstauen Sie so lange Ihren Anzug oder Ihr Kostüm? Dafür gibt es einen bewährten Trick: Geben Sie einfach die entsprechenden Klamotten einige Tage zuvor bei der Reinigung ab. Anschließend verbringen Sie den Arbeitstag in Ihrer alltäglichen Kleidung, gehen auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch bei der Reinigung vorbei und suchen sich ein stilles Plätzchen, um sich umzuziehen. Ihre alte Kleidung verstauen Sie einfach in einer Tasche. Und schon machen Sie eine tadellose Figur.

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