Vontobel signalisiert Interesse an Zukäufen in Deutschland

eFC logo

Nachdem die Liechtensteiner LGT Bank bereits bei der BHF Bank zugegriffen hat, deutet auch die Schweizer Vontobel Bank Interesse an Zukäufen in Deutschland an. "Es wird sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland in den nächsten zwölf bis 18 Monaten mehrere Zukaufsgelegenheiten für unser Private Banking geben. Wir werden dann genau schauen, was zu uns am besten passt", sagte Vontobel-Chef Herbert J. Scheidt in Frankfurt.

Die hohe Eigenkapitalquote von 20 Prozent gebe Vontobel Spielraum für seine Expansionspläne. Ohnehin will Vontobel sein Personal in Deutschland von derzeit 73 auf 86 Mitarbeiter aufstocken.

Laut Unternehmensangaben komme der Aufbau des Private Bankings in Deutschland zügig voran. Vontobel Europe mit Sitz in München habe das verwaltete Vermögen in 2010 um 31 Prozent und die Erträge sogar um 40 Prozent gesteigert. Dagegen hätten die Kosten lediglich um drei Prozent zugelegt, womit Vontobel in Deutschland eine "schwarze Null" schreibe. Das derzeit verwaltete Kundenvermögen belaufe sich auf gut 1 Mrd. Euro.

Nach dem Ende des traditionellen Bankgeheimnisses verlegt sich die Wealth Management-Branche der Schweiz auf eine Weißgeldstrategie. Dazu zählt auch der Aufbau von Relationship Management-Kapazitäten namentlich in Deutschland und Asien. Vontobel bezeichnet Deutschland bereits offiziell als "zweiten Heimatmarkt".

Da in der Finanzkrise viele deutsche Banken in Schieflage geraten sind und beträchtlicher Umstrukturierungsbedarf besteht, sind derzeit viele Banken bzw. Bereiche von Banken auf dem Markt erhältlich. Dazu zählen beispielsweise die WestLB oder die IKB. Da es sich um einen ausgesprochenen Käufermarkt handelt, können Übernahmeinteressenten ihre Vorstellungen beinahe diktieren. Laut Branchenkreisen konnte sich auch die LGT Bank bei der Übernahme der BHF Bank mit ihren Vorstellungen gegenüber der Deutschen Bank weitgehend durchsetzen.

Close