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Hypovereinsbank will bis Ende 2010 noch 1.500 Vollzeitstellen streichen

Schlechte Nachrichten pflegen Unternehmen gerne kurz vor Feiertagen oder Wochenenden zu “beerdigen”, wie es im PR-Deutsch heißt. Diese Strategie schien zunächst auch die Münchener Hypovereinsbank (HVB) anzuwenden, die am Freitag Nachmittag Details zum angekündigten Jobabbau bekanntgab.

Demnach streicht die Tochter der italienischen Unicredit bis Ende 2010 weitere 1.500 Arbeitsplätze, nachdem seit Ende 2007 – damals verzeichnete das Institut noch 23.244 Vollzeitstellen – bereits 1.000 Stellen dem Rotstift zum Opfer gefallen sind.

Von diesen 2.500 Jobs entfallen 1.200 Arbeitsplätze auf das Privatkundengeschäft, 400 auf Markets & Investmentbanking, 150 auf das Firmenkundengeschäft, 50 auf das Wealth Management, 400 auf Global Banking Services und 550 auf das Corporate Center.

Die Differenz von 250 bezeichnete Vorstandschef Theodor Weimer in der Mitteilung als “Puffer”, mit dem der Stellenabbau auch tatsächlich erreicht werden solle.

Von den geplanten 2.500 Stellen seien bereits 1.000 abgebaut worden, hieß es weiter. Die Bank werde Maßnahmen vorschlagen, um die verbleibenden 1.500 Stellen “so sozial verträglich wie möglich” zu reduzieren. Hierzu werde die Bank mit den Arbeitnehmervertretern zügig Verhandlungen aufnehmen.

“Wir werden neben der natürlichen Fluktuation das gesamte uns zur Verfügung stehende Instrumentarium, wie beispielsweise ein neues Vorruhestandsprogramm für die über 56jährigen Arbeitnehmer oder Altersteilzeitregelungen, einsetzen”, wurde HVB-Personalvorstand Heinz Laber zitiert.

Die Pressemitteilung ist nach Angaben einer Sprecherin übrigens erst deshalb am Nachmittag herausgegangen, weil das Management zunächst die Arbeitnehmervertreter über die Pläne zum Stellenabbau informiert habe. Sprecher des Betriebsrats oder der Gewerkschaft Verdi waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Der Stellenabbau ist Teil des globalen Kahlschlags von 9.000 Stellen, den der Mutterkonzern Unicredit bereits im Juni vergangenen Jahres angekündigt hatte.

Auf der Karriere-Webseite der Bank sind derzeit rund 50 freie Stellen ausgeschrieben. Davon entfällt der Löwenanteil aber auf Jobs bei der Immobilien-Tochter Planet Home.

Da Personalvorstand Laber vor kurzem in einem Interview aber einen Einstellungsstopp verkündet hat, müssen potenzielle Bewerber davon ausgehen, dass die Stellen derzeit nicht besetzt werden. Die Traineeprogramme für Hochschulabsolventen laufen dagegen trotz des Arbeitsplatzabbaus weiter.

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