Die UBS muss sich entscheiden: Entweder setzt Bankchef Oswald Grübel reihenweise Investmentbanker vor die Tür oder er geht höheres Risiko ein

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Bei einer Investorenkonferenz am morgigen Dienstag (16. November) in London muss UBS-Chef Oswald Grübel Farbe bekennen. Während sich das zuletzt arg gebeutelte Wealth Management und Swiss Banking mit einem Vorsteuergewinn von 938 Mio. Franken im dritten Quartal wieder sehen lassen kann, verliert der Schweizer Branchenprimus im Investmentbanking den Anschluss an die Konkurrenz.

Denn die UBS hat in der ehemaligen Königsdisziplin im dritten Quartal einen Vorsteuerverlust von 406 Mio. Franken eingefahren. Dagegen schnitt die Credit Suisse mit einem Plus 395 Mio. Franken deutlich besser ab.

Investmentbanker sind einfach zu teuer...

Für das generierte Geschäft sind die Kosten einfach zu hoch. So verzeichnet die UBS eine Cost-Income-Ratio von stolzen 124,4 Prozent, während es bei der Konkurrenz am Zürcher Paradeplatz immer noch beachtliche 89 Prozent sind.

Zum Vergleich: Die Deutsche Bank hat im gleichen Zeitraum einen Vorsteuergewinn von 1,3 Mrd. Euro (1,76 Mrd. Franken) eingefahren und das bei einer Cost-Income-Ratio von nur 70 Prozent. Damit werden die Eidgenossen ausgerechnet von den Deutschen deklassiert.

Der Grund für diesen Missstand ist denkbar simpel: Die rund 17.000 Investmentbanker kassierten für das dritte Quartal 1,494 Mrd. Franken, hinzu kommen anderweitige Kosten von 754 Mio. Franken, womit sich die Gesamtkosten unter dem Strich auf 2,248 Mrd. Franken summieren. Dem stehen Einnahmen aus dem operativen Geschäft von gerade einmal 1,842 Mrd. Franken gegenüber.

...für die risikoarme Strategie der Bank

Den Hauptgrund für das schlechte Abschneiden der UBS sehen Analysten in der Risikopolitik des Hauses. Denn mit einer risikoarmen Strategie liessen sich die üppigen Gehaltsforderungen der Investmentbanker einfach nicht begleichen.

"Im Vergleich zu den Wettbewerbern weist die UBS ein viel zu geringes Risiko auf. Als eine Bank, die sich auf Kundengeschäft stützt, sind sie den Ausschlägen der Kundenaktivität ausgeliefert. Falls keine Kunden anrufen, dann sitzen die Leute buchstäblich herum und drehen Däumchen, weil sie gar nichts anderes machen dürfen", bemerkt Analyst Dirk Hoffmann-Becking von Sanford Bernstein.

Folglich steigt die Spannung vor der morgigen Investorenkonferenz. Denn eigentlich hat Grübel nur zwei Möglichkeiten, wie der Analyst Kian Abouhossein von JPMorgan meint: "Entweder sie gehen wieder höhere Risiken ein oder sie müssen weniger zahlen." Dabei übersieht Abouhossein jedoch eine noch düstere Lösungsmöglichkeit. Grübel kann auch einfach einige Däumchen drehende Investmentbanker vor die Tür setzen...

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