Vorläufige Entwarnung - Personalabbau bei Banken schwächt sich ab

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Banker, die um ihren Arbeitsplatz fürchten, können vorerst durchatmen. Der Personalabbau in der deutschen Kreditwirtschaft hat sich im vergangenen Jahr deutlich abgeschwächt. Die Zahl der Beschäftigten verringerte sich 2007 lediglich um 0,1 Prozent auf 680.500, berichtet die Fachzeitschrift Die Bank in Ihrer neuen Ausgabe.

In den Vorjahren sah das alles noch viel schlimmer aus: Von 2000 bis 2004 strichen Sparkassen, Privat- und Genossenschaftsbanken sprichwörtlich durch die Bank insgesamt neun Prozent der Stellen; die absolute Zahl verringerte sich in diesem Zeitraum von 774.000 auf 702.000. 2005 und 2005 setzte sich der Kahlschlag in der Branche mit einem Minus von 1,5 Prozent praktisch ungebremst fort.

Den Löwenanteil der Bankarbeitsplätze stellt wie eh und je der öffentlich-rechtliche Sparkassensektor mit zuletzt rund 255.000 Arbeitsplätzen. Die Privatbanken folgten mit rund 200.000 Positionen auf dem zweiten Platz.

Bemerkenswert dabei: Die drei Frankfurter Großbanken Deutsche-Dresdner- und Commerzbank haben im vergangenen Jahr gegen den Trend netto rund 8.900 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Ende 2007 zählten die drei Institute deutschlandweit 141.000 Mitarbeiter.

Während der Genossenschaftssektor rund 167.000 Menschen beschäftigte, lag die Mitarbeiterzahl bei öffentlich Bausparkassen, Landesbanken und anderen Spezialinstituten bei rund 52.000.

Gleichwohl ist es für eine Entwarnung zu früh. Sollte es nun doch vermehrt zu Fusionen zwischen den verbliebenen Landesbanken untereinander und den beiden Genossenschaftsinstituten DZ und WGZ Bank kommen, sind zusätzliche Arbeitsplatzverluste programmiert.

Auch ein Zusammenschluss zwischen den großen Privatbanken wird wegen dann zahlreicher doppelt besetzter Stellen in den Back-Offices wohl oder übel Stellenstreichungen nach sich ziehen.

Mehrere von eFinancialCareers befragte Personalberater wollten sich aber nicht auf das Spielchen einlassen und Prognosen abgeben. Ob es schon bald zu weiteren Fusionen bei den mehrheitlich von Landesregierungen kontrollieren Landesbanken kommen wird, sei noch längst nicht ausgemacht, lautete der Grundtenor.

Außerdem hat der überraschende Kauf der Citibank Deutschland durch die französische Genossenschaftsbank Credit Mutuel eindrucksvoll gezeigt, dass der angeblich "overbankte" Standort D auf wachstumhungrige Ausländer weiter eine große Anziehungskraft ausübt.

Sollte die kolportierte Fusion zwischen Commerzbank und Dresdner Bank - wie vor acht Jahren - an den Egos der Beteiligten scheitern und die Postbank schließlich an einen Konkurrenten aus Europa fallen, dann würde sich die Konsolidierung noch lange hinziehen. Übrigens zum Wohle der Mitarbeiter und Kunden.

Was meinen Sie? Bleibt die Finanzbranche in Deutschland auch in den kommenden zehn Jahren eine krisensichere Branche, oder sollten Hochschulabsolventen und ehrgeizige Nachwuchsmanager der Branche lieber rechtzeitig den Rücken kehren?

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