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Frankfurter Banker rechnen wegen Finanzkrise mit Stellenstreichungen

Die Finanzkrise wird dauern – und viele Banker in Frankfurt werden ihren Arbeitsplatz verlieren. Davon sind nach einer Umfrage des Centers for Financial Studies (CFS) viele Manager überzeugt.

Die Stimmung am Finanzplatz habe sich “deutlich verschlechtert”, sagte CFS-Direktor Jan Pieter Krahnen.

Das Institut hat 500 Manager von Banken und Versicherungen, Börse und Beratern, Verbänden und Wirtschaftsprüfern zur Lage in der Krise befragt.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Finanzdienstleister verzeichnen “drastische Rückgänge” bei Erträgen und Gewinnen.

Einen Anfang vom Ende der Krise – wie ihn Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bereits mehrfach verkündet hat – ist demnach nicht in Sicht. Die Entscheider in den Hochhäusern von “Mainhattan” vermuten, dass die Finanzkrise erst in drei Jahren verdaut sein wird.

Die Mehrheit der befragten Bank-Manager will deshalb Stellen abbauen. In Frankfurt sind derzeit rund 80.000 Menschen im Finanzsektor beschäftigt, schätzen Experten. Neben den 234 Banken sitzen in Frankfurt mehr als 13.000 Finanz-, Steuer- und Unternehmensdienstleister.

In welchem Umfang Arbeitsplätze gestrichen werden könnten, darüber findet sich in der Umfrage nichts.

Personal einstellen wollten dagegen Unternehmensberatungen, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Wirtschaftsanwälte. Kapitalnot, Unternehmenspleiten und drohende Klagewellen von enttäuschten Anlegern werden ihnen in den kommenden Monaten wohl Mehrarbeit bescheren.

Zwar ist die Stimmung in Frankfurt schlecht – in London oder New York indes dürfte sie noch mieser sein. Die internationalen Finanzplätze stehen untereinander in hartem Wettbewerb um Kapital, Ansiedlungserfolge und qualifiziertes Fachpersonal.

Zuletzt stand Frankfurt in der europäischen Rangliste auf Platz drei – hinter London und Paris. Mit der Finanzmarktkrise indes werden die Karten nun völlig neu gemischt. Denn in Europa leidet vor allem der Finanzplatz London unter den Bankenpleiten.

Davon könnte Frankfurt profitieren. Die Manager am Main glauben, die internationale Bedeutung ihres Standorts könnte im Zuge der Krise steigen. Das sei “Folge der als hoch eingeschätzten Stabilität des Bankensystems”, sagte CFS-Chef Krahnen.

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