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Was vom großen Personalkahlschlag bei Banken in Deutschland ankommt

Hiob scheint der neue Patron der Banken zu sein. Denn in den vergangenen Tagen hagelte es geradezu schlechte Nachrichten von internationalen Instituten. Doch welche Auswirkungen hat der globale Personalabbau auf Deutschland?

Wer am meisten Stellen streicht…

1. HSBC: Bei dem britischen Bankenriesen sollen bis 2013 sage und schreibe 30.000 Stellen wegfallen, wovon vor allem Großbritannien, die USA, Frankreich und der Mittlere Osten betroffen sein werden. HSBC-Chef Stuart Gulliver bekannte sich indes zum Engagement in Deutschland. “Anpassungen” schloss Gulliver jedoch nicht aus.

2. Lloyds: Die britische Bank Lloyds will die Axt an 15.000 Jobs legen.

3. UBS: Die UBS kündigte Einsparungen von 1,5 bis 2 Mrd. Franken für die kommenden zwei bis drei Jahre an. Den Umfang des Stellenabbaus wollte UBS-Chef Oswald Grübel indes nicht beziffern. Laut Medienberichten könnten bis zu 5000 Jobs wegfallen.

4. Barclays: Der britische Bankenriese wird noch im laufenden Jahr 3000 Stellen streichen, wovon 1400 bereits im ersten Halbjahr gekappt wurden.

5. Credit Suisse: Die Schweizer Großbank will rund 2000 Stellen streichen, wobei 500 in der Schweiz wegfallen werden.

6. Goldman Sachs: Die geplanten Kosteneinsparungen könnten sich bei der US-Investmentbank auf 1000 Stellen belaufen.

7. Hypo Vereinsbank: Die Münchner Tochter der italienischen Großbank Unicredit bestätigte kürzlich Berichte, wonach bis spätestens 2015 700 weitere Stellen in Deutschland dem Rotstift zum Opfer fallen werden.

… und was Headhunter auf dem deutschen Markt beobachten

Die Abbaumaßnahmen bei internationalen Großbanken werden nach Einschätzung Andreas Krischkes von Indigo Headhunters sukzessive in Deutschland ankommen. “Viele globale Häuser werden auch in Frankfurt langsam vorsichtiger, Leute an Bord zu holen”, beobachtet Krischke.

Die Zurückhaltung bei ausländischen Großbanken sei von London aus getrieben, wo viele internationale Institute ihre Europazentralen unterhalten. “In Deutschland kommt dies meist ein wenig zeitverzögert an”, bemerkt Krischke.

Dagegen ist Jan Veder von Huxley Associates optimistischer: “Eigentlich kann man sich gar nicht beschweren. Den ganz großen Freeze sehe ich nicht.” Denn aufgrund der gut laufenden Konjunktur gebe es in Deutschland eine gewisse Sonderentwicklung, weshalb der Arbeitsmarkt besser laufe als namentlich in Großbritannien.

Mithin werde in Deutschland nach Beobachtungen Veders auch weiterhin nach einem weiten Spektrum an Profilen gesucht. Stefanie Storck von Euro London Appointments macht eine verstärkte Nachfrage nach Accounting, Controlern und Buchaltern aus. Weiterhin hätten auch Client Relationsship Manager, Kreditexperten und Sales-Leute gute Chancen.

“Ich suche auch weiter in großer Zahl nach Vertrieblern auf allen Ebenen,” ergänzt Patrick Riske von Fricke Finance & Legal. Da Vertriebsmitarbeiter Erträge generierten, handle es sich allerdings um einen Dauerbrenner. Doch auch nach anderen Profilen werde selektiv gesucht.

“Es gibt keinen klaren Trend, der Markt ist durchwachsen”, resümiert Riske. Aufgrund der Urlaubszeit verlangsamten sich üblicherweise die Prozesse. “Die Welle hat ein wenig nachgelassen. Ich würde sagen, dass ist nicht nur saisonal bedingt,” meint Riske. Doch erst im September werde sich zeigen, ob es tatsächlich ein Abschwächung der Nachfrage gebe: “Ich bin gespannt, was in vier Wochen passiert.”

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