Warum kleine Banken ihre Analyseabteilungen ausweiten!

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Während die Zahl der Aktienexperten im vergangenen Jahr in Deutschland um rund zehn Prozent gesunken ist, bauen gerade kleinere Institute ihre Expertenteams aus. Er habe den Tisch voller Bewerbungsunterlagen, sagte Marc Osigus, Leiter der Aktienanalyse beim Bankhaus Hauck & Aufhäuser, dem Handelsblatt.

Lange Zeit galten Analysten als Kostenfaktor, denn Geld verdienen konnte man mit ihnen nicht. Im Gegenteil: Häufig mussten sich die Abteilungen für ihr Tun rechtfertigen, wenn der Arbeitgeber die nächste Sparrunde einläutete, so das Blatt weiter.

Um sich aus diesem Dilemma zu befreien gibt es zwei Möglichkeiten: So können sich die Analysten von den Unternehmen, die sie bewerten, bezahlen lassen. Eine Strategie, die bei Nebenwerten verbreitet ist. Hier sind neben M.M. Warburg und der vor vier Jahren mehrheitlich übernommenen SES Research auch die Analysten von Close Brothers Seydler aktiv. Andere Häuser wie Hauck & Aufhäuser vermarkten ihr Research dagegen im Tausch für Tradinggebühren. Das geht aber nur, weil die Bank Zugang zu Großinvestoren hat.

Wie sehr der Umbruch innerhalb der Analystengilde zur Chance für Neulinge wird, zeigt die letztjährige Preisträgerliste des Spezial-Magazins "Institutional Investor". Bei den Research-Teams stand hinter der Deutschen Bank und der Berenberg Bank das mittlerweile auf 25 Analysten angewachsene Team von Mainfirst.

Viele Ex-Analysten von Großbanken orientieren sich in ihren Gehaltsvorstellungen aber noch immer an der glorreichen Vergangenheit. Deutsche, die mal in London gearbeitet haben, gewöhnen sich nach einer Rückkehr oft nur schwer an die neuen Gegebenheiten. Schließlich waren zu guten Zeiten in London Jahresgehälter von einer halben Million Euro keine Seltenheit.

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