☰ Menu eFinancialCareers

Kommentar: Die Bad Bank hilft den Brandstiftern, ist aber unvermeidlich

Nun ist die Katze also aus dem Sack: Die Verursacher der weltweiten Finanzkrise – die Banken – wollen ihre zum Großteil wertlosen, weil auf absehbare Zeit nicht handelbaren Wertpapiere in eine “Bad Bank” ausgliedern – und dem Steuerzahler aufs Auge drücken.

Der Bundesverband Deutscher Banken als Intiator dieser nicht wirklich innovativen Idee wollte einen entsprechenden Bericht in der Süddeutschen Zeitung zwar nicht kommentieren – das Bundesfinanzministerium bestätigte aber gegenüber eFinancialCareers den Eingang eines entsprechenden Papieres.

Angeblich soll Bundesfinanzminister Peer Steinbrück – eigentlich kein Freund eines zentralen Endlagers für Finanz-Giftmüll – dem Vorschlag wohlwollend gegenüber stehen. Schließlich würde ihm die private Bankenlobby in einem wichtigen Punkt entgegen kommen.

Der staatliche Rettungsfonds Soffin soll die Papiere zwar zentral verwalten, zugleich müsste aber jedes Institut ein eigenes Konto einrichten. So bliebe ersichtlich, wer welche Papiere mit welchem Volumen aussortiert hat – und die Banken könnten sich nicht einfach aus dem Staub machen,

Was meinen Sie? Wäre eine solche “Bad Bank” doch nicht so schlimm? Oder gibt es einen anderen Ausweg aus diesem Sumpf?

Kommentare (6)

Comments
  1. Gewinne werden privatisiert, Verluste aber sozialisiert – so funktioniert Kapitalismus!

  2. Pikant ist die Sache vor allem deshalb, weil die Republik gerade mit Verve über den Sinn und das rechte Maß bei Bonifikationen streitet. Das fehlt noch, dass die Commerzbank – ob durch Verträge “gezwungen” oder nicht – Millionen-Boni auszahlt, Milliarden vom Rettungsfonds bekommt und dann den “Geld-Müll” von Dresdner Kleinwort dem Steuerzahler aufdrückt.

  3. Interessant ist der Vorgang auch deshalb, weil ausgerechnet die Wirtschaftspolitiker, die sie die “Ordnungspolitik” wie eine Monstranz vor sich her tragen und die Enteignung einer Pleite-Bank wie die Münchener Millardengrab Hypo Real Estate “aus Prinzip” ablehnen, bei der Debatte “Bad Bank” für “Bad Boys” den Mund nicht aufkriegen.

  4. Im Grunde schaut das Land gerade zu, wie eine Branche das ganze Land dazu erpresst, einen ungedeckten Scheck zu unterschreiben.

    Und wer glaubt, dass anschließend Kredite wieder sprudeln, ist naiv. Und hat nicht verstanden, dass gerade die ungehemmte Kreditvergabe die Krise überhaupt erst ausgelöst hat.

  5. Es spricht natürlich jedem Gerechtigkeitsempfinden Hohn, wenn Institute wie die Deutsche Bank demnächst Wertpapiere im Volumen von mehreren Milliarden auf das Konto von Otto Normalverbraucher überweisen, aber zugleich Extraprämien an die eigenen Mitarbeiter ausschüttet. Erst recht in einem Jahr, in dem das Institut einen Rekord-Verlust “erwirtschaftet” hat.

  6. Nein, es passt nicht zusammen, die bisherigen Löhne und Boni weiterzuzahlen und Schrottpapiere dem Staat unterzujubeln. Das kann man keinem Normalbürger erklären. Der Staat muss jegliche Zahlungen an Bedingungen zum Ausgabeverhalten der Banken knüpfen. Bonussysteme müssen wenn schon nicht volkswirtschaftlichen wenigstens langfristigen privatwirtschaftlichen Grundkriterien genügen. Eine rechtliche Handhabe, um wenigstens in Zukunft zu Unrecht ausgezahlte Boni zurückzuverlangen, wäre wünschenswert. Derzeit kann man wohl nur auf den Anstand der Einzelpersonen hoffen, auf Boni zu verzichten oder diese wiederum, z.B. per Spende, zu sozialisieren.

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier