Halbzeit beim Kahlschlag: Bei der LBBW müssen noch 1250 Mitarbeiter gehen

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Bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) wurden in 2010 569 Stellen gestrichen. Damit verringerte sich die Mitarbeiterzahl um 4,2 Prozent auf 13.061 Beschäftigte, wie das Unternehmen am heutigen Mittwoch (20. April) bei der Vorlage der Geschäftszahlen für 2010 bekannt gab.

Dennoch ist das Streichkonzert bei den Mitarbeitern noch lange nicht vorbei. Insgesamt will die LBBW bis 2013 2500 Stellen abbauen, um die Kosten um 700 Mio. Euro zu drücken. Bislang haben 1250 Mitarbeiter von freiwilligen Angeboten wie Abfindungen, Vorruhestandsregelungen oder Altersteilzeitverträgen Gebrauch gemacht. Somit muss die LBBW noch weitere rund 1250 Beschäftigte zum Verlassen der Bank ermuntern.

Denn die LBBW sieht auch für die kommenden Jahre keine betriebsbedingten Kündigungen vor. "Wir werden auch weiterhin alles daran setzen, um den Stellenabbau sozialverträglich, also ohne betriebsbedingte Kündigungen zu bewerkstelligen," sagte LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter.

Die tatsächlichen Einsparungen bei den Personalkosten fielen indes in 2010 mit nur 43 Mio. Euro vergleichsweise gering aus. Der Personalaufwand sank um 3,9 Prozent auf 1,058 Mrd. Euro. Für jeden Mitarbeiter zahlte das Unternehmen also durchschnittlich 81.000 Euro und damit marginal mehr als im Vorjahr.

Beim Ergebnis musste die krisengeschüttelte Landesbank abermals einen Vorsteuerverlust von 317 Mio. Euro verkraften. In 2009 hatte der Vorsteuerverlust noch bei 1,214 Mrd. Euro gelegen.

Für das schlechte Ergebnis machte Vetter abermals das Geschäft mit Kreditderivaten und die Krise an den Märkten für Staatsanleihen verantwortlich. So brach das Zinsergebnis um 22 Prozent auf 2,163 Mrd. Euro ein, das Provisionsergebnis purzelte um 23 Prozent auf 630 Mio. Euro und das Handelsergebnis landete mit minus 629 Mio. Euro in den roten Zahlen.

Für das laufende Jahr gab sich Vetter vorsichtig optimistisch. Im ersten Quartal 2011 konnte die LBBW ihren Vorsteuergewinn auf 455 Mio. Euro nahezu verdreifachen. "Daher erwarten wir, dass die LBBW - sofern es nicht zu neuen, dramatischen Einbrüchen an den Finanzmärkten kommt - in diesem Jahr sowohl nach IFRS als auch nach HGB schwarze Zahlen schreiben wird," sagte Vetter.

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