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Banking: Ältere Semester bevorzugt

Jung, dynamisch und erfolgreich – solche Bewerber waren bei den Personalverantwortlichen der Banken jahrelang die begehrtesten. Doch heute ist Erfahrung wieder in.

Senior-Banker mir Erfahrung sind bei den Banken wieder gefragt. Beispiel Private Banking: Die Generation “60 Plus” bildet heutzutage im deutschsprachigen Raum den Großteil der Top-Klientel der Vermögensverwalter. Eine besondere Herausforderung für die Banker.

“Wichtigste Voraussetzung für eine korrekte Beratung und langfristige Kundenbindung in der Betreuung vermögender Senior-Kunden ist das Vertrauen in die Privatkundenbetreuer, die selbst durch langjährige Berufstätigkeit schon über ein kleines Anlagevermögen verfügen,” weiß Matthias Junges, geschäftsführender Gesellschafter der Bad Homburger Personalberatung MJ Consult Junges & Schüller Unternehmens- und Personalberatung GmbH. Junge Private Banker haben da nicht immer leichtes Spiel.

Dieses Vertrauen kann Junges zufolge nur aus der Erfahrung resultieren: “Dieser Klientel geht es weniger um unbedingte Kapitalmehrung, sondern mehr um langfristigen Kapitalerhalt. Jüngeren Bankern mangelt es in Hinblick hierauf naturgemäß an der Erfahrung, wie mit den langfristigen Aufs und Abs der Kapitalmärkte umzugehen ist.”

Private Banker sollten daher Junges zufolge wenigstens einen kompletten Kapitalmarktzyklus erlebt haben, in dem sie eben nicht nur die positiven Seiten des Marktes, sondern auch große Unternehmenskonkurse und die Nichtbedienung von Staatschulden erfahren haben.

In Luxemburg beobachten Headhunters seit einiger Zeit, dass gezielt ältere Private Banker angeworben werden. “Deutschen Seniors ab 55 Jahren wird angeboten, den Rest Ihres Berufslebens für eine Luxemburger Bank zu arbeiten”, heißt es dort.

Dabei betreuen diese Banker den Großteil der Zeit Ihre Klientel von daheim aus. “Nach Luxemburg selbst müssen sie nur ein-, zweimal im Monat”, so eine auf den Luxemburger Bankenmarkt spezialisierte Headhunterin.

Das gegenüber einem Junior zumeist wesentlich höhere Gehalt eines Seniors kompensieren die Banken dadurch, dass die erfahrenen Banker zumeist Kunden und Assets mitbringen.

Auch in anderen Bereichen des Bankgeschäfts haben Seniors derzeit gute Karten. Erfahrene Firmenkundenbetreuer beispielsweise sind ebenfalls wieder gefragt, weiß Matthias Junges. “Die Kapitalmärkte leben ja auch von der Erfahrung”, begründet der Personalberater. Sogar auf Sekretärinnen-Ebene werden auch ältere Semester wieder gerne eingestellt.

In einem Bereich allerdings hat “jung, dynamisch, erfolgreich” weiterhin Vorfahrt: “Im Investmentbanking ist der Trend zum Senior nicht zu beobachten”, so Junges.

Kommentare (1)

Comments
  1. Meine Tätigkeit bezieht sich (derzeit) auf weltweit agierende – konjunkturunabhängige – amerikanische Aktiengeschäfte auf Dollarbasis. In zweiundzwanzig Jahren habe ich viele Kenntnisse gesammelt. Ich habe eigene positive und negative Erfahrungen gemacht, die am wertvollsten sind, wie an der Börse, bei der wir das Schlimmste hinter uns haben (11.September 2001).
    Jetzt kann nichts mehr passieren, weil wir Bankeninterne mit allem rechnen. Seit einiger Zeit sprechen wir nicht mehr über das Zeitalter nach dem 2. Weltkrieg. Meine Antwort auf die Herausforderungen: individuelle Portfoliokonzepte, und flexible Reaktionen. Also, ich arbeite täglich etwa 12 Stunden und nehme vielseitige Informationen aus verschiedenen Quellen auf.

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