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Real Estate Asset Manager: Großes Geschäft mit den Immobilien

Die jüngsten Einkäufe von angelsächsischen Kapitalbeteiligungs- gesellschaften im deutschen Immobilienmarkt geben einen Vorgeschmack auf die kommenden Entwicklungen in der Branche. Terra Firma hat sich Viterra, die Immobilientochter des Energieversorgers E.on, fast 7 Milliarden Euro kosten lassen. Zuvor hat Blackstone für die Wohnimmobilien der WCM 1,4 Milliarden Euro auf den Tisch gelegt. Die Branche boomt zur großen Freude derjenigen, die dort einen Arbeitsplatz finden wollen.

Branche in Bewegung

“Es tut sich viel im Immobilienbereich”, findet auch Thomas Gerwert vom Mönchengladbacher Personalberatungshauses GeCon. “Sowohl Immobilienfonds als auch Banken, Versicherungen, Projektmanagementgesellschaften, Wirtschaftsprüfer und die Wohnungsbaugesellschaften wollen wachsen”, weiß der GeCon-Geschäftsführer. Gerade bei ausländischen Investoren aus den USA und Großbritannien boomt der deutsche Immobilienmarkt. Angelsächsische Fonds haben derzeit viel Geld zur Verfügung, das sie investieren müssen. Und der deutsche Markt genießt unter den Investoren den Ruf, etliche unentdeckte Perlen zu besitzen.

Ein weiterer Grund für zukünftiges Wachstum des Markts könnten Änderungen im deutschen Pensionssystem sein. “Auch Deutschland wird sich dem internationalen Trend zur Rentenfinanzierung anpassen. Langfristig wird es hier dann ebenfalls Fonds geben, die in Immobilien investieren”, prognostiziert Gerwert. Bei deren Fondsmanagern sind Immobilien sehr beliebt. Bislang verhindern gesetzliche Hürden noch, dass die private Altersvorsorge auch über Publikumsfonds abgesichert werden kann.

Der US-amerikanische Markt ist nach Ansicht von Personalberatern ebenfalls ein spannendes Pflaster: “Allerdings haben europäische Kandidaten oftmals Schwierigkeiten mit den sehr eigenen Marktbedingungen in den USA”, warnt Jürgen van Zwoll, Partner im Frankfurter Büro der internationalen Personalberatung Ray & Berndtson. Wen es ins US-amerikanische Geschäft zieht, der sollte schon vorher über eine Ausbildung oder durch Praktika in den Vereinigten Staaten Erfahrungen mit den lokalen Marktgegebenheiten gesammelt haben.

Nischen für jeden Typus

Fast jede Berufsgruppe kann bei Interesse ihre Nische in der Immobilienwirtschaft finden: “Das Aufgabenfeld ist vielfältig. Es fängt beim Portfoliomanagement an und geht über die Bauprojektleitung bis hin zur Bewirtschaftung und Instandhaltung der Immobilien”, erklärt van Zwoll. Gerade die Großeinkäufe der Private-Equity-Häuser bieten gute Chancen für Neueinstellungen in allen Bereichen.

Trotzdem sollte der Ausbildungsschwerpunkt auf das Thema Immobilien nicht fehlen. Die Universitäten haben auf die gesteigerte Nachfrage bereits mit immobilienbezogenen Studiengängen reagiert. Renommierte Abschlüsse zum Immobilienökonom bieten beispielsweise die European Business School (ebs) in Oestrich-Winkel oder die Pariser Ecole Centrale d’Electronique (ECE) an: “Diese Absolventen sind sehr gut ausgebildet und werden von Unternehmen gerne eingestellt”, verrät van Zwoll.

Neben dem immobilienwirtschaftlichen Ausbildungsschwerpunkt sind sehr gute Englischkenntnisse und möglichst noch die einer weiteren Fremdsprache in dieser stark internationalisierten Branche ein Muss. Alle weiteren Anforderungen an den Bewerber hängen anschließend von dem jeweiligen Spezialgebiet ab, in dem der Kandidat tätig sein möchte. Ein solches Spezialgebiet kann zum Beispiel das Facility Management für Immobilien sein. Die Analyse, Bewertung und die Kalkulation von Immobilien und ihren Portfolios ist eine weitere Spezialisierungsmöglichkeit. Das verstärkte Interesse der Investmentfonds an Immobilien bietet Gelegenheit sich auf die Private-Equity-Branche zu fokussieren, und auch in der Bauprojektleitung ergeben sich Einstiegsmöglichkeiten.

Keine leeren Geldbeutel bei den Managern

Der Fokus auf die Immobilienwirtschaft zahlt sich aus: Auch wenn die Einstiegsgehälter zunächst noch im durchschnittlichen Bereich liegen, sind die Aufstiegsmöglichkeiten gut und vor allen Dingen üppig bezahlt. Thomas Gerwert schätzt die Einstiegsgehälter auf etwa 40.000 Euro, wobei Anfänger in deutschen Unternehmen zunächst einmal auf Bonuszahlungen verzichten müssen. Jürgen van Zwoll siedelt die Einstiegsgehälter in einer ähnlichen Größenordnung an. “Bei den ganz großen Häusern können die Gehälter auch bei 45.000 Euro liegen. Das ist aber recht selten und eher die Ausnahme”, schränkt er ein.

Bereits nach zwei bis drei Jahren steigen die Gehälter der Real Estate Asset Manager nach Ansicht von van Zwoll auf 50.000 bis 60.000 Euro. “Wie schnell sich das Gehalt nach oben hin entwickelt, hängt davon ab, ob man sich im nächsten Karriereschritt für das Projektmanagement oder für die Übernahme von Teamverantwortung empfehlen kann”, erklärt van Zwoll. Im mittleren Management liegen nach seiner Erfahrung die Gehälter zwischen 60.000 und 80.000 Euro.

Gut dotierter Aufstieg

Gerwert schätzt den Jahresverdienst von Kandidaten mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung auf 90.000 Euro. Die variablen Gehaltsanteile vergleicht er mit denen im Investmentbanking.

Noch schneller bewegen sich die Gehälter im Vertriebsbereich nach oben: Bereichsleiter können inklusive des variablen Gehaltsanteils, der sich zwischen 30 und 40 Prozent des Fixums bewegt, rund 200.000 Euro verdienen, in seltenen Fällen kann es sogar bis 250.000 Euro hinaufgehen. Aber auch Vertriebsneulinge müssen nicht mit leeren Taschen nach Hause gehen: Bereits auf dem Juniorlevel können nach Einschätzung von van Zwoll Jahresgehälter bis zu 100.000 Euro drin sein, wenn man denn bei den ganz Großen der Branche unterkommt.

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