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Branche erklärt VII: Mergers & Acquisitions – Lange Arbeitszeiten, harter Wettbewerb und hohes Prestige

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Das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions, M&A) hat den Ruf weg, die glamouröse Seite des Investmentbankings darzustellen. Dies mag ein Grund dafür sein, wieso ein Einstieg in die Sparte schwer fällt.

Wie der Namen schon sagt, beraten die M&A-Teams in Investmentbanken Unternehmen bei Fusionen und Übernahmen. Große Investmentbanken beschäftigen sich oftmals nur mit Deals mit einem Transaktionsvolumen von mindestens 100 Mio. Dollar. Doch am oberen Ende können schnell zweistellige Mrd.-Werte erreicht werden.

Um in M&A Karriere zu machen, wird ein beträchtlicher Einsatz verlangt. Denn M&A-Banker beraten ihre Kunden in besonders stressreichen und kritischen Zeiten des Unternehmens. Daher müssen Sie immer bereitstehen, wenn der Kunde Sie benötigt – das kann sogar während des Sommerurlaubs oder der Weihnachtsferien sein.

Nachwuchsbanker können damit rechnen, sehr lange Arbeitszeiten zu haben, in denen sie die erforderlichen finanziellen und rechtlichen Informationen bis spät in die Nacht zusammenstellen, falls es die Deals erfordern.

„Es handelt sich gewissermaßen um eine Kunst, eine Übereinstimmung beim Preis und den Bedingungen zu erzielen“, sagt Keith Magnus, der das UBS-Investmentbanking in Singapur und Malaysia leitet. „Die Fähigkeit, schnell die Motivationen der verschiedenen Beteiligten und auch die weicheren Probleme  einer Transaktion zu verstehen, muss jeder M&A-Banker besitzen.“

Keyplayer

Die ersten fünf Plätze im Ranking der M&A-Erträge werden von den US-Investmentbanken dominiert, während unter den europäischen Banken in 2011 lediglich die Credit Suisse in die Spitzengruppe vorstieß. Allerdings finden sich viele europäische Wettbewerber wie die Deutsche Bank, UBS und Barclays auf den Plätzen sechs bis zehn.

Stellen und Karrierewege

In M&A  führt ein relativ direkter Weg die Karriereleiter hinauf. So beginnen Sie die ersten drei Jahre als Analyst, steigen dann für die folgenden drei Jahre zum Associate auf und weiter bis zum Vice President, Director und Managing Director, wobei die genauen Jobtitel je nach Bank ein wenig variieren können. Innerhalb dieses Gerüsts können Sie sich auf bestimme Sektoren wie Konsumgüter, Finanzdienstleistungen, Öl und Gas, Medien und Telekommunikation spezialisieren.

Umso weiter Sie in M&A aufsteigen, desto häufiger haben Sie mit Kunden zu tun. Als Junior Banker nehmen Sie vielleicht gemeinsam mit altgedienten Bankern an Kundenmeetings teil, dennoch sind Sie vor allem mit komplexen Finanzierungsmodellen und Research beschäftigt, um das sogenannte „Pitch Book“ zu erstellen. Darin werden die Ideen ausgearbeitet, welche Unternehmen ein Kunde kaufen oder verkaufen könnte.

Als Analyst arbeiten Sie hauptsächlich an der Erstellung dieser Kundenpräsentationen. Dabei handelt es sich zumeist um M&A-Deals aber auch gelegentlich um Börsengänge. Dabei geht es oftmals darum, Finanzierungsmodelle zu erstellen, ein Unternehmen zu bewerten und in seinem Wettbewerbsumfeld einzuschätzen.

Erst später werden Sie mit anderen Aufgaben als mit dem Jonglieren von Zahlen betraut. Der Hauptunterschied zwischen einem Analysten und einem Associate besteht darin, dass sie mehr Verantwortung für Transaktionen und Projekte übernehmen.

Vergütung und Boni

M&A-Analysten verdienen in ihrem ersten Berufsjahr ein Grundgehalt von etwa 70.000 Dollar und einen Bonus von 40.000 bis 47.000 Dollar, womit sich die Gesamtvergütung auf 110.000 bis 117.000 Dollar summiert, wie aus einer Analyse des Recruitment-Unternehmens The Cornell Partnership hervorgeht.

Anforderungen

Da Sie mit komplexen Finanzmodellen und Bewertungsmethoden für Unternehmen arbeiten und daraus Kundenpräsentationen erstellen, sind mathematische und analytische Kenntnisse unabdingbar. Darüber hinaus sind gute Fremdsprachkenntnisse gefragt, da Sie oft mit ausländischen Kunden zusammenarbeiten. Gleiches gilt für Ausdauer und einen Sinn fürs Detail.

„Analytische Kompetenzen und eine mathematische Begabung sind wesentliche Voraussetzungen. Dennoch ist es ebenso wichtig, jemanden zu finden, der gut in unsere Unternehmenskultur passt“, sagt Ravi Gupta, Managing Director bei Rothschilds Global Advisory. „Wir suchen nach Teamplayern, die über ein gutes Urteilsvermögen und Eigeninitiative verfügen und die wirklich davon begeistert sind, exzellente Ergebnisse zu erzielen“, ergänzt Gupta.

Obgleich sich die Pflichten eines Analysten um Finanzmodelle drehen, gewinnen die Softskills im Laufe der Karriere an Bedeutung.  Denn besonders Führungskräfte haben viel mit Menschen zu tun, die alle ihre eigenen Ziele und Prioritäten verfolgen – und das in besonders kritischen Momenten ihres Unternehmens.

„M&A-Geschäfte und besonders Fusionen unter Gleichen gelangen oft an einen kritischen Punkt der Zusammenarbeit, selbst wenn in den Fragen der Bewertung bereits eine Übereinkunft erzielt wurde“, sagt Magnus von der UBS. „Wer kontrolliert das Unternehmen aus Sicht der Aktionäre, wer ist der Aufsichtsratschef, wer der CEO, wer der CFO und wie sieht die Zusammensetzung des Vorstands aus? Oftmals scheitern die Deals daran, dass hierbei keine Einigung erzielt werden konnte.“

Laut Jana Hecker von der Investment Banking Division von Goldman Sachs stellen die Kundenbeziehungen den Schlüssel zum Erfolg dar: „Wir suchen nach Persönlichkeiten, die unser Engagement für die Kunden teilen, die auch in einem dynamischen Umfeld hervorstechen und die wirklich Begeisterung für Finance mitbringen“, ergänzt Hecker.

Patrick Ramsey, der als Co-Head of Americas bei der Bank of America Merrill Lynch arbeitet, rät, sich alle möglichen Optionen genau anzuschauen. „Investieren Sie Zeit darauf, dasjenige Gebiet ausfindig zu machen, das am besten zu ihren persönlichen Fähigkeiten und Interessen passt. Dann sollten Sie dies erkunden und alle Anstrengungen hierauf konzentrieren“, sagt Ramsey. „Sprechen Sie mit Absolventen, die kürzlich dort angefangen haben, um einen guten Eindruck zu gewinnen, worauf Sie sich einlassen und ob es sich um den richtigen Schritt handelt. Suchen Sie nach dem Unternehmen mit der passenden Unternehmenskultur. Ihre Schlüsselkompetenzen sollten Intelligenz, Arbeitsbereitschaft und Begeisterung für das sein, was Sie machen wollen.“

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