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Deutschland – billig Vaterland!

Haben Sie sich heute schon über die teure Miete aufgeregt? Nein? Dann aber bestimmt über die gestiegenen Lebensmittelpreise? Oder die angekündigten Strom- und Gaspreiserhöhungen?

Bevor Sie sich nun aber schwarz ärgern, sollten Sie sich vielleicht doch einmal in Ruhe die jüngste Studie von Mercer zu den weltweiten Lebenshaltungskosten anschauen.

Denn da steht schwarz auf weiß: Uns Deutschen geht es gut. Im weltweiten Vergleich rangieren unsere Städte lediglich unter ferner liefen.

Deutschlands teuerste Stadt München schafft es demnach nur auf Rang 37. Dicht gefolgt von – man höre und staune – Berlin (Rang 38). Die Kapitale an der Spree hat – wenn man dieser Studie Glauben schenken darf – die Bankenhauptstadt Frankfurt auf Rang 40 überholt. Und Düsseldorf (Rang 46) soll teurer sein als Hamburg (Rang 50). Na, ob das stimmt?

Aber egal! Im internationalen Vergleich ist Deutschland jedenfalls erstaunlich günstig. Am tiefsten in die Tasche greifen müssen übrigens die Menschen in Moskau – Tummelplatz für die vielen Oligarchen, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion schnell obszön reich geworden sind. Erst an zweiter und dritter Stelle folgen mit Tokio und London zwei der drei weltweit führenden Finanzplätze.

Wenn Sie jetzt glauben, den Eidgenossen ginge es besser, dann irren Sie gewaltig: Das Leben in der idyllischen Schweiz geht richtig ins Geld. Genf und Zürich, die Heimat diverser Banken und Vermögensverwalter, schaffen es auf die Plätze acht und neun. New York dagegen ist binnen Jahresfrist gleich um neun Plätze abgerutscht – auf Rang 22. Warum: Der gefallene Dollar-Kurs macht das Leben billiger – jedenfalls für Menschen aus Ländern mit Hart-Währung.

Denn für diese “Expatriate” genannte Spezies ist diese Studie schließlich gemacht worden. Das verlockende Angebot des Chefs, für drei, vier oder fünf Jahre nach London oder Zürich zu gehen, sieht bei Lichte betrachtet nämlich nicht mehr ganz so schön aus wie die vielen bunten Städtefotos in Zeitschriften und Hochglanzmagazinen vermuten lassen.

Deshalb: Bevor Sie Ihre Unterschrift unter den Entsendevertrag nach Großbritannien oder die Schweiz setzen, sollten Sie unbedingt sicherstellen, dass Sie einen ordentlichen Zuschlag aushandeln, der die höheren Lebenshaltungskosten auch tatsächlich deckt.

Sonst ärgern Sie sich auch in Ihrer neuen Wahlheimat jeden Tag aufs neue. Das muss ja nicht sein. Denn dann hätten Sie ja auch in Deutschland bleiben können, oder?

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