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KARRIERE OHNE ELITE-UNI: Ex-UBS-Banker Dreesen wechselt zur BayernLB

Zwei Wochen nach seinem Abgang als Deutschland-Chef der angeschlagenen Schweizer Großbank UBS ist Jan-Christian Dreesen als Vorstandsmitglied der ebenfalls angeschlagenen BayernLB vorgestellt worden.

Ab September soll der gebürtige Ostfriese das Ressort Mittelstand und Privatkunden übernehmen und Theo Harnischmacher ersetzen, der Ende Juni in den Ruhestand gewechselt ist.

Damit kehrt der 41jährige der Finanzhauptstadt wieder den Rücken und in seine weiß-blaue Wahlheimat zurück. Denn in München hatte Dreesen zunächst als Trainee bei der Bayerischen Vereinsbank und später bei der Hypo-Vereinsbank Karriere gemacht.

2006, im Jahr 1 nach der Übernahme durch die italienische Unicredit, war der damalige Vorstand für Privatkunden und Private Banking in den Vorstand von UBS Deutschland gewechselt und verantwortete zunächst das Wealth Management. Im März 2008 übernahm er schließlich den Vorstandsvorsitz.

Als die UBS vor zwei Wochen überraschend bekannt gab, den Vertrag “im gegenseitigen Einvernehmen” aufzulösen, schossen natürlich Spekulationen ins Kraut, dass sich Dreesen mit der neuen UBS-Spitze um den früheren Credit-Suisse-Chef Oswald Grübel überworfen haben könnte. Nun sieht es freilich eher so aus, als ob Dreesen von sich aus um eine Vertragsauflösung gebeten habe, weil er den neuen Job schon in der Tasche hatte.

Warum Dreesen nach seinem Abgang bei der UBS erst im September bei der BayernLB anheuert, bleibt unklar. Weder die BayernLB noch die UBS wollten die Fragen beantworten, ob der Vertrag bei der UBS erst Ende August endet oder ob Dreesen zunächst Urlaub macht bzw. machen muss.

Übrigens: Dreesen hat nicht – wie der eine oder andere Spitzenbanker – an einer teuren Privat-Uni studiert, sondern – nach einer Banklehre – an der vergleichsweise biederen Uni Osnabrück im schönen Niedersachsen. Am dortigen Lehrstuhl “Finanzierung und Banken” jobbte er zweieinhalb Jahre als “Hiwi”, bevor er ihn nach seinem Examen 1995 gen Süden verschlug.

Vielleicht ein Beleg dafür, dass man bei Finanzdienstleistern auch ohne Promotion, MBA und hippes Alumni-Netz, dafür aber mit Fleiß und Ehrgeiz Karriere machen kann.

Kommentare (1)

Comments
  1. Der Artikel hört sich ja toll an, aber wenn man lange genug in dem Bereich Private Banking/Wealth Management arbeitet, weiss man, dass der Erfolg hier praktisch nie mit einer “hippen” akademischen Ausbildung zu tun hat. Die Quote bei Beratern bis hin zum mittleren oder obersten Führungsmanagement, die überhaupt über einen akademischen Abschluß verfügen, also Uni oder FH, ist verschwindend gering (< 10%).

    Die meisten haben eine einfache Banklehre, allenfalls ergänzt um eine Weiterbildung bei einer Bankademie oder ähnlichen Instututen. Das ist selbst bei den (scheinbaren) Top-Adressen so. Das Netzwerk scheint mir nach wie vor der wichtigste Punkt zu sein; der Zweitwichtigste Ehrgeiz und der Dritte mangelnde Rücksicht auf Kollegen und Untergebene.

    Voilà, die Erfolgsformel (nicht nur) im Private Banking…

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