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HVB Investmentbanker generieren klotzigen Gewinn: Stellen werden dennoch gestrichen

Die Hypo Vereinsbank (HVB) erbringt den Beweis, dass sich auch in 2010 im Investmentbanking klotzig Geld verdienen ließ. So steigerte das Corporate and Investmentbanking (CIB) seinen Vorsteuergewinn entgegen dem Branchentrend um 61 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro, wie aus den am heutigen Mittwoch (23. März) vorgelegten Geschäftsbericht für 2010 hervorgeht.

Damit entfällt der Löwenanteil von 80 Prozent des HVB-Vorsteuergewinns allein auf das Investmentbanking. Insgesamt kletterte der Vorsteuergewinn bei der deutschen Tochter der italienischen Unicredit Group um 49 Prozent auf 1,882 Mrd. Euro. Lediglich im Private Banking und im Bereich Sonstiges / Konsolidierung konnte die HVB weitere nennenswerte Vorsteuergewinne von 123 bzw. 226 Mio. Euro erwirtschaften.

Sorgenkind des Unternehmens bleibt das Massengeschäft. So wurde im Bereich Privat- und Geschäftskunden lediglich ein Minigewinn von 33 Mio. Euro erwirtschaftet. Im Vorjahr hatte die personalintensive Sparte indes noch einen Verlust von 71 Mio. Euro verkraften müssen. HVB-Chef Theodor Weimer beklagte, dass sich im deutschen Retailbanking weniger Geld verdienen lasse als in der Realwirtschaft.

Rotstift im Großeinsatz

“2010 war ein ausgesprochen gutes Geschäftsjahr für die Hypo Vereinsbank. Es ist uns gelungen, das gute Ergebnis des Vorjahres deutlich zu übertreffen und das zweitbeste Ergebnis vor Steuern in der Geschichte der Hypo Vereinsbank einzufahren. Alle Divisionen haben erneut einen positiven Beitrag zu diesem guten Ergebnis geleistet”, sagte Weimer.

Einen erklecklichen Anteil an der Gewinnsteigerung hat auch der Rotstift. Der gesamte Verwaltungsaufwand konnte um 0,8 Prozent auf 3,433 Mrd. Euro gedrückt werden. Der Personalaufwand purzelte sogar um 3,6 Prozent auf 1,756 Mrd. Euro, was Finanzchef Peter Hofbauer auf die Verschiebung von Personal- in die Sachkosten aufgrund von Outsourcing zurückführte.

Überdies seien Zahlungen an einen Pensionsfonds vermindert worden. Abgesehen davon seien die Aufwendungen für Löhne und Gehälter – trotz der sprudelnden Gewinne – weitgehend unverändert geblieben.

Dagegen legte die Mitarbeiterzahl den nackten Zahlen zufolge um 1,4 Prozent auf 19.146 Stellen zu. “Rein optisch ist das ein Anstieg. Der ist nur darauf zurückzuführen, dass wir den Konsolidierungskreis ausgeweitet haben”, ergänzte Hofbauer. Durch die Ausweitung des Konsolidierungskreises, die zu Jahresende erfolgt ist, sei die Mitarbeiterzahl um rund 1000 Beschäftigte angestiegen.

Allein 100 Stellen fallen im Investmentbanking weg

Auf der anderen Seite wurde in den meisten Geschäftsbereichen kräftig Personal abgebaut. Trotz des großen Erfolgs der Investmentbanker wurden in der CIB 102 Stellen gestrichen. Im Privat- und Firmenkundengeschäft fielen sogar 372 und im Corporate Center 326 Stellen dem Rotstift zu Opfer. Lediglich im Private Banking kamen zehn Stellen hinzu.

Die Cost-Income-Ratio im Investmentbanking kann sich mit 41 Prozent sehen lassen. Ähnliches gilt für das Private Banking von 58,1 Prozent. Dagegen verschlechterte sich diese Kennzahl im Privat- und Firmenkundengeschäft weiter auf 96,4 Prozent.

Laut Weimar sei die HVB seit dem Beginn der Finanzkrise vermehrt mit Burnout-Problematiken konfrontiert, was das Unternehmen aktiv angehen werde. Weimer bekräftigte, eine größeren Akzent auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie legen zu wollen.

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