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Kreditinstitute fürchten Konkurrenz von unabhängigen Internetplattformen

Drei von vier Entscheidern in deutschen Banken befürchten, dass ihnen branchenfremde Wettbewerber Marktanteile abnehmen werden. Vor allem das Geschäftsfeld “Services für private Bankkunden” könnte schon bald die Aufmerksamkeit führender Internetplattformen auf sich ziehen, berichtet die Beratungsgesellschaft Steria Mummert.

Deutsche Kreditinstitute tun sich zwar selbst schwer damit, ihre Privatkunden mit neuen Mehrwertdiensten per Internet oder Handy zu begeistern. Dennoch will jedes fünfte Institut mit neuen Produkten und Serviceangeboten wachsen.

Neue Serviceideen bieten sich für Kunden an, die Konten bei verschiedenen Instituten führen.
Im Schnitt verfügen die Deutschen bereits über 1,8 Bankverbindungen – Tendenz steigend. Die Fähigkeit, verschiedene Bankverbindungen in einer Plattform zusammenzuführen, eröffnet Nischen für neue Anbieter außerhalb der traditionellen Finanzwirtschaft.

Internetplattformen, die dieses leisten, sind zurzeit in den USA sehr gefragt: Sie bieten ihren Kunden mit einem einzigen Online-Passwort jederzeit Zugang zu allen Konten und liefern Instrumente für das Cash Management für Privatkunden gleich mit.

Die Plattformen ermöglichen den Kunden eine genaue Übersicht über Ausgaben und Einnahmen, eine entsprechende Planung und die integrierte Abwicklung des Zahlungsverkehrs über unterschiedliche Banken.

“Spätestens in zwei bis drei Jahren werden sich diese Internetportale auch in Deutschland etabliert haben”, sagt Thorsten Schweigert von Steria Mummert Consulting. Die Anbieter dieser unabhängigen Plattformen bieten vor allem Bequemlichkeit und Service. Im Gegenzug erhalten sie von den Kunden wertvolle Nutzerdaten und damit die Möglichkeit, neue Vertriebskanäle zu erschließen. Das macht sie auch für führende Internetunternehmen, wie beispielsweise Yahoo oder Google, interessant.

“Speziell deutsche Direktbanken könnten solche Services aber auch selbst entwickeln und zur Kundenbindung nutzen”, so Schweigert. Dadurch ließe sich der Druck des Preiswettbewerbs ein Stück weit kompensieren. Bestehenden Kunden biete man dadurch Mehrwertdienste, die die Loyalität stärken. Gleichzeitig würden die Anbieter Berührungspunkte für die Ansprache neuer Kunden und für Cross-Selling schaffen.

Kunden deutscher Banken müssen derzeit noch Softwareprogramme kaufen oder herunterladen, um ihre Konten, Kredite und Geldanlagen zu verwalten. Dabei wäre der Aufwand für die Institute vergleichsweise gering, wenn sie einen derartigen Service direkt online anbieten würden.

Um auf dem deutschen Bankenmarkt erfolgreich zu sein, müssen solche Online-Dienstleistungen neben dem Bequemlichkeitsaspekt auch dem Thema Sicherheit Rechnung tragen. Deutsche Bankkunden legen deutlich mehr Wert auf Sicherheitsaspekte als beispielsweise Kontoinhaber in den USA. Nur wenn sich die Bankkunden hierzulande durch wirksame Mechanismen wirklich sicher fühlen, werden sie Zahlungs- und Cash-Management- Funktionen im Internet nutzen.

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