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Kriegt mein Arbeitsplatz Fusionitis?

In der deutschen Bankenbranche grassiert die Fusionitis. Postbank, Dresdner Bank, Citibank – die Beschäftigten dieser Institute bangen aktuell um Ihre Jobs, weil die jeweiligen Mutterkonzerne Deutsche Post, Allianz und Citigroup aus ganz unterschiedlichen Gründen Partner bzw. Käufer für ihre mehr oder weniger hübschen Töchter suchen.

Hinzu kommen auch die Beschäftigten der Commerzbank, die als Favorit insbesondere für eine Partnerschaft mit der Dresdner Bank und/oder der Postbank gilt. Auch die Commerzbanker könnten natürlich Opfer der Versuche, Synergieeffekte zu heben, werden.

Wie Hohn wirken angesichts dieser eher düsteren Perspektiven die Worte von Heinz Laber, Vorsitzender des Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken), der die Tatsache kommentiert, dass die Zahl der Beschäftigten im privaten Bankgewerbe allein im Tarifbereich in den beiden vergangenen Jahren um 2.500 Personen oder 3,3 % angestiegen ist: “Das zeigt, dass unsere Mitgliedsunternehmen gezielt in Wachstumsbereiche – insbesondere die Privatkundenberatung – investieren.”

Denn genau die Beschäftigten in der Privatkundenberatung der in der Diskussion stehenden privaten Banken sind es, die aktuell um ihre Arbeitsplätze zittern. Vor allem das derzeit hoch gehandelte Dreierbündnis zwischen Postbank, Commerzbank und Dresdner Bank erzeugt Angst. Ver.di befürchtet, dass 20.000 Jobs zur Disposition stehen, wenn sich die Banker nicht wehren. “Bleibt es beim von den Banken erwarteten Schweigen der Lämmer’, dann dürfte klar sein: Es wird eine massenhafte Vernichtung von Arbeitsplätzen geben”, heißt es dazu bei ver.di.

Auch der Konzernbetriebsrat der Postbank befürchtet einen “massiven Personalabbau” im Falle des Zustandekommens des Dreierbündnisses unter den Beschäftigten der Post-Tochter. Hier wird befürchtet, dass gerade diejenigen der rund 26.000 Beschäftigten betroffen sein werden, die aufgrund der Historie der Bank niemals eine Bankausbildung gemacht haben.

Inzwischen beginnt die Front auf Arbeitnehmerseite, sich zu formieren. Bei den anstehenden Tarifverhandlungen zwischen ver.di und dem AGV Banken rücken daher die lauter werdenden Forderungen nach Beschäftigungsgarantien zunehmend in den Mittelpunkt. “Der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen wird eine Rolle spielen”, kündigte ver.di-Bundesvorstand Uwe Foullong im Handelsblatt an.

Doch ob Gewerkschaft und die Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsräten mit ihren Forderungen nach weitgehender Beschäftigungssicherung erfolgreich sein können, bleibt fraglich. Denn Fusionen werden nur dann Erfolgschancen eingeräumt, wenn sich Synergieeffekte aus dem Zusammenschluss und damit Kostenersparnisse ergeben. Dies geht auf den ersten Blick am schnellsten durch die Freisetzung von Personal.

Daher gilt leider trotz aller Bemühungen der Gewerkschaften: Für die Arbeitsplätze vieler Banker ist die grassierende Fusionitis eine reale Bedrohung.

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