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Frechheit oder Segen? Munich Re-Chef fordert Zerschlagung der Deutschen Bank

Munich Re-Chef Nikolaus von Bomhard.

Munich Re-Chef Nikolaus von Bomhard.

Es ist nicht allzu lange her, als ein derartiger Frontalangriff eines führenden Managers der deutschen Finanzbranche auf die Deutsche Bank undenkbar gewesen wäre. Doch die anhaltende Finanzkrise macht es möglich. So hat der Chef des weltweit größten Rückversicherungskonzerns Munich Re Nikolaus von Bomhard jetzt unverhohlen die Zerschlagung der Deutschen Bank gefordert – freilich ohne den Namen des deutschen Branchenprimus in den Mund zunehmen.

Konkret forderte er die Zerschlagung von Universalbanken, die das Retail- und Investmentbanking-Geschäft miteinander verbinden. „Ich bin ein Anhänger des Trennbankenprinzips“, sagte von Bomhard. „Ich würde immer alles so klein machen, dass es nicht mehr ‚too big to fail‘ ist“, ergänzte der Manager.

Nach der Finanzkrise sind die Deutsche Bank, die Commerzbank und die Hypo Vereinsbank die letzten verbleibenden Universalbanken in Deutschland, wobei die beiden letztgenannten gegenüber der Deutschen Bank geradezu als Zwerge erscheinen.

Damit greift von Bomhard auch direkt die herrschende Strategie der Deutschen Bank an. Denn der deutsche Branchenprimus hatte in den vergangenen Jahren sukzessive die Postbank mit über 20.000 Mitarbeitern übernommen, um sei immenses Investmentbanking durch eine größere Retailsparte abzusichern. Seither beschäftigt die Deutsche Bank insgesamt gut 100.000 Mitarbeiter und damit fast doppelt so viel wie die Commerzbank mit gut 57.000 Beschäftigten.

Dabei hatte die Deutsche Bank in der jüngsten Vergangenheit entgegen dem Branchentrend sogar ihre Bilanzsumme ausgeweitet. So wuchs die Bilanzsumme per Ende März im Vergleich zum Vorjahrjahreszeitpunkt um stolze 14 Prozent auf 2,103 Billionen Euro.

Um einen angemessenen Umgang mit Risiken herzustellen, müssten die Investoren an den Verlusten beteiligt werden. „Die Gläubigerbeteiligung ist unverzichtbar“, ergänzte von Bomhard. Kritiker hatten zuletzt verstärkt bemängelt, dass die quasi offiziellen Staatsgarantien der Too-big-to-fail-Problematik die betroffenen Banken zu erhöhten Risiken animiere, um die Gewinne in die Höhe zu treiben. Außerdem könnten sich die Banken durch die Garantien günstiger refinanzieren, was ebenfalls die Gewinne nach oben treibe.

Der Frontalangriff von Bomhards stellt die zweite Attacke  von Münchner Rück-Managern innerhalb weniger Tage auf die Bankenbranche dar. So hatte kürzlich Munich Re-Finanzchef Jörg Schneider verkündet, dass der Konzern eine direkte Kreditvergabe an Unternehmen prüfe, womit die Munich Re in ein klassisches Geschäftsfeld der Banken vordringen würde. Durch das herrschende Niedrigzinsumfeld, fällt es Versicherungen und Rückversicherungen zunehmend schwer, eine angemessene Rendite auf ihre Anlagen zu generieren.

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