HSH Nordbank bleibt in roten Zahlen: Viele Mitarbeiter müssen gehen, doch "Dr. No" darf bleiben

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Die Krise der HSH Nordbank führt zu einem Kahlschlag bei den Mitarbeiterzahlen. Allein im ersten Halbjahr 2010 hat die Skandalbank die Zahl ihrer Mitarbeiterstellen um 5 Prozent auf 3437 verringerte, wobei der Abbau im Ausland mit -9 Prozent überproportional ausfiel.

So musste der Hauptteil der Kosteneinsparungen von den Mitarbeitern getragen werden. Während der Verwaltungsaufwand gegenüber dem Vorjahreszeitraum insgesamt nur um 8 Prozent auf 402 Mio. Euro sank, brach der Personalaufwand um 15 Prozent auf 189 Mio. Euro ein. Mithin wandte die HSH Nordbank pro Mitarbeiterstelle durchschnittlich rund 55.000 Euro auf.

Handelsgeschäft wird zum neuen Sorgenkind

Trotz der Einschnitte schreibt die Landesbank auch weiterhin tiefrote Zahlen. So musste das Institut einen Verlust von 400 Mio. Euro in den ersten sechs Monaten verkraften, womit das Minus indes um ein Drittel niedriger ausfiel als im ersten Halbjahr 2009.

Allerdings haben sich die einzelnen Gewinn- und Verlustquellen der Bank recht unterschiedlich entwickelt. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft konnte die Bank erfolgreich um 74 Prozent auf 307 Mio. Euro zurückfahren. So konnte die HSH Nordbank im Kreditgeschäft wieder fast eine halbe Milliarde Euro verdienen.

Dagegen brach das Handelsgeschäft besorgniserregend ein. Während das Institut im ersten Halbjahr 2009 noch ein positives Handelsergebnis von 446 Mio. Euro vorweisen konnte, musste die HSH Nordbank in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres einen Verlust von 378 Mio. Euro verkraften. Das miserable Handelsergebnis führte die Bank auf die Turbulenzen an den Finanzmärkten infolge der Griechenlandkrise sowie auf den relativ starken Dollar zurück.

Skandalvorwürfe um Nonnenmacher nehmen kein Ende

Bankchef Jens Nonnenmacher zeigte sich mit dem Ergebnis dennoch zufrieden: "Insgesamt sehen wir, dass sich der positive Ergebnistrend der vergangenen Quartale nach und nach verstetigt. Dennoch können wir mit dem Erreichten noch nicht zufrieden sein. Unser Ziel bleibt nach wie vor, die Bank 2011 wieder in die Gewinnzone zu führen."

Neben den bescheidenen Geschäftszahlen war HSH Nordbankchef Jens Nonnenmacher, der intern auch als "Dr. No" bezeichnet werden soll, in den vergangenen Tagen wegen Bespitzelungsvorwürfen gegen seinen ehemaligen Vorstandskollegen Frank Roth in die Schlagzeilen geraten. Demnach hat Nonnenmacher mit dubiosen Methoden belastendes Material über Roth sammeln lassen, um diesen zu entlassen. Der Aufsichtsrat hält indes noch an "Dr. No" fest.

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