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Deutschen Börse verkündet Kahlschlag im Management

Rund 80 der insgesamt 400 Führungskräfte der Deutschen Börse AG müssen gehen. Das verkündete Börsenchef Reto Francioni bei der Vorlage der Geschäftszahlen heute in Frankfurt. “Damit verschlanken wir unsere Managementstruktur und werden so noch schlagkräftiger”, sagte Francioni. Zusammen mit niedrigeren Sachkosten veranschlagt der Börsenbetreiber ein Einsparpotenzial von 50 Mio. Euro.

Laut einem Unternehmenssprecher sollen alle Geschäftsbereiche proportional nach zu ihrer Mitarbeiterzahl betroffen sein. Die meisten der rund 3300 Beschäftigten des Konzerns arbeiten in den Sparten Deutsche Börse Systems und Clearstream. Der Personalabbau solle “unverzüglich” starten.

Desweiteren sollen alle Standorte auf Einsparmöglichkeiten im Personalbereich geprüft werden. Hierbei sei indes noch keine Entscheidung gefallen, wie ein Sprecher ergänzte. Bereits vor einiger Zeit berichteten Medien von Plänen, die Mitarbeiterzahl um 10 Prozent zu verringern.

Werden Arbeitsplätze nach Prag verlagert?

Überdies brachte der Börsenbetreiber eine weitere Verlagerung von Arbeitsplätzen von Deutschland in günstigere Länder ins Gespräch. “Im Rahmen des Restrukturierungs- und Effizienzprogramms hat die Gruppe Deutsche Börse positive Erfahrungen mit dem Aufbau des Standorts Prag gesammelt, der heute rund 250 Mitarbeiter umfasst. Ein weiterer Umzug von Stellenkapazitäten wird im Rahmen eines Standortkonzeptes geprüft”, hieß es in einer Mitteilung.

Handelsvolumen eingebrochen

Die Einsparmaßnahmen seien erforderlich, da die Deutsche Börse von den Auswirkungen der Finanzkrise schwer getroffen wurde. So brach der Umsatz auf der elektronischen Handelsplattform Xetra um 51 Prozent auf 1061 Mrd. Euro ein.

Der Parketthandel gab um 25 Prozent auf 60 Mrd. Euro nach und der Handel auf der Derivateplattform Scoach um 34 Prozent auf 43 Mrd. Euro. Auch im Optionshandel bei Eurex und dem US-Pendant International Securities Exchange (ISE) musste ein Rückgang um 17 Prozent auf 2647 Mio. Kontrakte verkraftet werden.

Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) fiel um 57,7 Prozent auf 637,8 Mio. Euro. Für den Einbruch ist neben dem verringerten Handelsvolumen auch ein Wertminderungsbedarf bei der US-Optionshandelsplattform ISE in Höhe von 415,6 Mio. Euro verantwortlich.

Kommentare (1)

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  1. Die Streichungen bei den Managern ist nur der Anfang. Bald geht’s bei dem Rest der Arbeitskräfte weiter. Viel Spaß!

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