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Wann ein Doktor-Titel bei der Karriere weiterhilft – und wann nicht

D und R sind zwei Buchstaben, die jede Visitenkarte ungemein schmücken. Doch hilft ein Doktortitel bei der Karriere in den Finanzberufen wirklich weiter oder handelt es sich um eine Qualifikation, die außerhalb der Uni so hilfreich ist wie ein Jodeldiplom in Ostfriesland?

Laut dem Bundesamt für Statistik haben in 2008 keine 6 Prozent der Betriebswirte ihr Studium mit dem “Doktor” abgeschlossen. Dagegen waren es bei allen Universitätsstudiengängen gut 16 Prozent. Schon diese unterdurchschnittliche Quote spricht gegen den Doktortitel als Karriereturbo.

Promotion ist kein Muss

“In den Bankberufen ist der Doktortitel kein Muss”, kommentiert Ralf Beckmann von der Bundesagentur für Arbeit die Zahlen. Dennoch könne dieser Abschluss im Wettbewerb mit anderen Kandidaten das entscheidende “I-Tüpfelchen” sein.

“Wenn ich auf der Karriereleiter hinauf will, dann hilft der Doktortitel”, ergänzt Beckmann. Doch sollte eine Promotion rasch nach dem eigentlichen Studium erfolgen. Nach vielen Jahren im Beruf könne der Aufwand einer Doktorarbeit vergebene Mühe sein, da dann andere Dinge für das berufliche Fortkommen zählten.

Auch unmittelbar nach dem Studium lauere so mancher Fallstrick. “Berufseinsteiger sollten darauf achten, dass die Promotion nicht zu sehr zu Lasten des Berufseinstiegsalters geht, das möglichst unter 30 Jahren liegen sollte”, sagt der Arbeitsmarktexperte.

Auch angehende Doktoren kommen um die Praxis nicht herum

Doktoranden dürfen nicht den Versuchungen des akademischen Elfenbeinturms erliegen. “Auch für promovierte Bewerber sind Praxiserfahrung oder ein dem angestrebten Tätigkeitsfeld entsprechendes Dissertationsthema wichtig”, ergänzt Beckmann. Dabei könne es sich beispielsweise um ein praxisrelevantes Thema handeln, das in Partnerschaft mit einer Bank erarbeitet werde, oder um Praktika und andere berufliche Erfahrungen.

Dies gelte besonders für Positionen mit Repräsentationsaufgaben wie z.B. als Abteilungsleiter oder in der Pressestelle. Denn ein Doktortitel zeuge von analytischem Denkvermögen, Kompetenz und Seriosität. In forschungs- und wissenschaftsnahen Bereichen – wie den volkswirtschaftlichen Abteilungen der Banken – könne eine Promotion sogar Pflicht sein.

Große Rolle in der Strategieberatung

Eine große Rolle spielt die Promotion auch in der Strategieberatung. Bei McKinsey beispielsweise ist die Promotion schon fast ins Curriculum integriert. So steigen die Mitarbeiter mit den zwei Buchstaben bereits auf Associate-Level ein. Die übrigen Berufseinsteiger beginnen als sogenannte Fellows.

Dabei handelt es sich um ein dreijähriges Programm, in dem die ersten zwei Jahre bei McKinsey gearbeitet wird. Im dritten Jahr sind die Fellows bei voller Bezahlung für eine Promotion oder einen MBA freigestellt. “Die große Mehrheit, rund 80 Prozent, entscheiden sich für die Promotion”, heißt es von McKinsey. Mithin verfügt die Mehrzahl der Berater über den Titel. Dennoch ist ein Doktor auch bei McKinsey kein Muss. Vielmehr handle es sich um ein attraktives Angebot für High Potentials.

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