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Wieso die Gerüchte um einen bevorstehenden Kahlschlag bei der Deutschen Bank übertrieben sind

Das Handelsblatt hat sich heute den Weltuntergangs-Propheten angeschlossen – zumindest soweit es das Investmentbanking betrifft. So titelte die Wirtschaftszeitung: „Banker zittern vor Sparwelle“.  In dem Artikel wird ein Londoner Banker mit den Worten zitiert: „Das zweite Quartal war schlicht gesagt eine Katastrophe.“

Weiter wird eine JP Morgan-Studie angeführt, wonach die Erträge der Investmentbanken im zweiten Quartal um 25 Prozent eingebrochen seien und bis zum Jahresende 10 Prozent der Stellen wegfallen werden. Bei der anstehenden Sparrunde würde es auch die Deutsche Bank treffen, die bislang lediglich einen Abbau von 500 Stellen angekündigt hat.

Doch nach dem ebenfalls am heutigen Donnerstag (14. Juni) erschienenen „European Investment Banking Monitor“ der Schweizer Großbank UBS dürften die Investmentbanker der Deutschen Bank auch bei der Sparrunde im zweiten Halbjahr mit einem blauen Auge davonkommen.

Auch UBS-Analysten rechnen mit weiterer Sparrunde im Investmentbanking

So rechnen die Analysten der UBS vor, dass die Investmentbanken ihre Kosten im Vergleich zu 2011 um stolze 20 Prozent zurückfahren müssen, um unter den Regeln von Basel III eine Eigenkapitalrendite von 12 Prozent zu erwirtschaften.

Ebenso wie JP Morgan spricht auch die UBS von einem „schwierigen Quartal“. „Die Investmentbanken scheinen mit dem gleichen Muster wie in 2010 und 2011 konfrontiert zu sein: In diesen Jahren folgten auf ein starkes erstes Quartal deutlich schwächere“, heißt es von den UBS-Analysten. Vor dem Hintergrund einer strukturellen Verringerung der Kosten würden die Investmentbanken um eine Verringerung der Kosten in der nahen Zukunft nicht herumkommen. Die Unternehmen würden sich strategisch neu ausrichten und sich selektiv auf ertragsreiche Segmente im Investmentbanking konzentrieren.

Diese Einschätzung ähnelt zunächst erheblich den Angaben der JP Morgan-Analysten und des Handelsblatts. So rechnet auch die UBS bei der Deutschen Bank mit härteren Zeiten und setzte die prognostizierten Earnings per Share für 2012 von 4,49 auf 4,10 Euro zurück. Auch dort würden die beiden neuen Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen die Kosten weiter drücken müssen, was auf einen Stellenabbau hinauslaufen dürfte.

UBS Research: Deutsche Bank zählt zu den Gewinnern der Konsolidierungswelle

Dennoch sieht die UBS die Deutsche Bank bei der bevorstehenden Konsolidierung auf der Gewinnerseite stehen. So verfüge der deutsche Branchenprimus über ein „starkes Momentum in verschiedenen Schlüsselbereichen wie in der Investmentbank (Fixed Income und M&A / Origination) oder Global Transaction Banking.“  Die Analysten rechnen damit, dass die Bank Ihre Position unter den führen Investmentbanken ausbauen und von der Restrukturierung der Wettbewerber profitieren kann. Unter dem Strich würde das Institut einen höheren Marktanteil gewinnen.

„Im Vergleich zu den Mitbewerbern hat die Deutsche Bank – unserer Meinung nach – einen beachtlichen Fortschritt in den vergangenen zwei Jahren erreicht und die Vorteile von den Zukäufen und der Restrukturierung scheinen immer mehr durch“, schreiben die Analysten. Somit scheint Anshu Jain auf dem richtigen Weg zu sein.

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