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Ertragseinbruch im Derivategeschäft: Brechen für die Investmentbanker von Vontobel harte Zeiten an?

Vontobel-Chef Zeno Staub.

Vontobel-Chef Zeno Staub.

Schon im abgelaufenen Geschäftsjahr lief es für die Investmentbanker bei Vontobel nicht rund: Der Vorsteuergewinn brach um 18 Prozent auf 95,1 Mrd. Franken ein und die Personalkosten wurden um 10 Prozent zusammengestrichen. Doch wenn es nach den Analysten von Berenberg geht, dann scheint das erst der Anfang zu sein.

Ausgerechnet die starke Position von Vontobel im Derivategeschäft scheint den Zürchern jetzt zum Verhängnis zu werden. So belief sich der Umsatz derartiger Investmentvehikel an der Derivatebörse Scoach bis zum 4. Juni in 2012 lediglich auf 2,6 Mrd. Franken; in den letzten fünf Monaten des Jahres 2011 waren es noch 4,3 Mrd. Franken gewesen, was ein Minus von 40 Prozent bedeutet.

Da die Investmentbankingerträge in 2012 zu rund 80 Prozent aus dem Geschäft mit strukturierten Produkten resultierte, trifft dies die Zürcher hart. Berenberg rechnet mit einem Einbruch der Erträge von 286 Mio. Franken im abgelaufen Jahr auf nur noch 204 Mio. Franken in 2012. Da sich der Geschäftsaufwand in dem Segment 2011 auf 190,5 Mio. Franken summierte, würde der Vorsteuergewinn auf wenige Mio. Franken schrumpfen.

Doch auch die anderen Bereiche der Bank sind damit nicht aus dem Schneider. Denn laut den Berenberg-Analysten handelt es sich bei dem Investmentbanking um die Cashcow der gesamten Bank, auf die 39 Prozent der Erträge und sogar 58 Prozent des Profits in 2011 entfielen. Sollte das Berenberg-Research mit seiner rabenschwarzen Prognose Recht behalten, dürfte Vontobel um einen tiefen Einschnitt beim Personal nicht herumkommen.

Dies illustriert eine einfache Rechnung: So lag der Anteil der Personalkosten im Segment Investmentbanking in 2011 bei rund 33 Prozent. Falls dieser Anteil trotz der fallenden Erträge beibehalten werden sollte, müsste der Personalaufwand von 93,5 Mio. in 2011 auf etwa 67,3 Mio. Franken zusammengestrichen werden. Dies entspräche dem Abbau von rund 80 Stellen. Damit bleibt nur zu hoffen, dass die Berenberg-Analysten falsch liegen.

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