Worauf Sie als Bewerber bei einer Investmentbank achten müssen!

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Probleme beim Ausfüllen der Bewerbungsvordrucke? Oder suchen Sie bloss nach Tipps, wie Sie den Personaler mit Ihrem Enthusiasmus beeindrucken können?

Hier einige Beispiele von klassischen Bewerbungsfragen, wie sie bei Investmentbanken üblich sind.

Für welchen Bankbereich haben Sie sich beworben? Welche Fähigkeiten bringen Sie für diesen Bereich mit?

Julia Barber, Director of graduate recruitment bei The Cornell Partnership rät:

Warum fragt die Bank das? Um Ihre Fähigkeiten herauszufinden, die sich durch Ihre Arbeit und Lebenserfahrung angeeignet haben. Das ist vor allem dann wichtig, wenn Ihr Lebensweg für einen Investmentbanker untypisch ist.

Was sollten Sie antworten? Indem Sie Ihre Erfahrungen mit der konkreten Stelle logisch verbinden. Es könnte beispielsweise sinnvoll sein, mit Hilfe von Tabellen über Ihre Erfahrungen zu sprechen, oder Belege für Verkaufs- oder Verhandlungskenntnisse und Kundenkontakt, vielleicht während eines Universitätsveranstaltung gesammelt.

Fragen Sie sich, ob Ihre Antwort wirklich auf eine Investmentbankingstelle gemünzt ist, oder auch für andere Absolventenpositionen. Wählen Sie drei Bereiche, in denen Sie wirklich einen wichtigen Beitrag geleistet haben.

Welche Fehler sollten Sie vermeiden? Vermeiden Sie Klischees. Jeder Bewerber wird sich als "hart arbeitend", "enthuseatisch" und "engagiert" darstellen. Suchen Sie deshalb nach etwas besonderem und verbinden Sie Ihre Antwort mit konkreten Beispielen.

Vermeiden Sie eine zu blumige Sprache, und verzichten Sie auf Übertreibungen. Das ist zwar nicht einfach, wenn Sie sich selbst verkaufen müssen, aber Sie werden Ihr Gegenüber eher beeindrucken, wenn Sie das, was Sie sagen, mit Beispielen untermauern.

Welche ausseruniversitären Aktivitäten haben Sie vorzuzeigen, die für uns interessant sein könnten?

Warum werden Sie das gefragt? Investmentbanken wollen vielseitige kommunikative Hochschulabsolventen, die Führungserfahrung und Teamfähigkeiten mitbringen - Eigenschaften, die für eine Tätigkeit in diesem Bereich wesentlich sind. Normalerweise bringen Hochschulabsolventen, die verschiedene Erfahrungen aus Vereinen, Gesellschaften und Hobbys mitbringen, diese Eigenschaften mit.

Das heisst nicht, dass Sie der Käpitan eines Fussballvereins oder eines Debattierclubs sein mussten. Auch wer Mitglied einer Filmgesellschaft oder eines Bowlingvereins ist, könnte eine Chance haben.

Was sollten Sie also antworten? Der Trick ist klarzumachen, was Sie für eine Rolle innehatten und was Sie daraus gelernt haben. Sie müssen vermitteln, dass Sie ein Mensch sind, der frische Ideen hat und umsetzen kann.

Wer nur erzählt, dass er gerne kegelt, wird natürlich nicht weit kommen. Wer aber eine Wohlfahrtsveranstaltung veranstaltet hat und T-Shirt-Sponsoren gewonnen hat, der hat Kompetenz bewiesen, dass er aus der Masse herausragt.

Welche Fehler sollte man vermeiden? Seien Sie vorsichtig, wenn Sie nach einer Verbindung suchen, zwischem dem, was Sie gern tun und den Fähigkeiten, die Sie sich angeeignet haben. Wer zum Beispiel gerne Webseiten gestaltet, sollte daraus nicht schliessen, er sei ein guter Teamplayer.

Erzählen Sie uns, wann Sie ein Team geführt haben oder Teil eines erfolgreichen Teams waren. Welche Probleme mussten Sie dabei lösen?

Warum werden Sie das gefragt? Um in der Finanzbranche erfolgreich zu sein, reicht es nicht, ein Bücherwurm mit guten Noten zu sein. Gute Noten werden Ihnen zwar die meisten Türen öffnen, doch am Arbeitsplatz kommt es vor allem auf Kontakte in alle Richtungen an. Deshalb ist diese Frage für Investmentbanken so wichtig. Aus Ihrer Antwort versuchen Banken die Wahrscheinlichkeit herauszulesen, ob Sie erfolgreich sein werden.

Was sollten Sie antworten? Tappen Sie nicht in die Falle und erzählen Sie nicht nur von Dingen, die funktioniert haben. Tatsächlich geht es um die Probleme, die aufgetreten sind und wie sie damit umgegangen sind. Schliesslich laufen nur die wenigsten Projekte im Wirtschaftsleben problemlos, selbst dann, wenn zum Schluss doch positive Ergebnisse geliefert werden. Normalerweise sind Personalprobleme, externe Einflüsse und schlecht durchdachte Pläne für die meisten Probleme verantwortlich.

Denken Sie also daran, was falsch lief, beschreiben Sie, wie Sie darauf reagiert haben und ergänzen Sie, was Sie daraus für künftige Projekte gelernt haben, zum Beispiel: "In Zukunft würde ich den Markt gründlicher unter die Lupe nehmen" oder "Ich würde sicherstellen, dass genug Geld im Budget bereitsteht".

Und welche Fehler sollten Sie vermeiden? Sie sollten nicht so auftreten, als hätten Sie die Weisheit mit Löffeln gefressen. Stets andere für Probleme verantwortlich zu machen, ist eine schlechte Managementtechnik, die bei den meisten Mitarbeitern verhasst ist. Werfen Sie einen kritischen Blick auf das Ganze, aber enttäuschen Sie sich nicht selbst, indem Sie sich zu sehr mit der "Schuld"-Frage beschäftigen. Gute Teamplayer und Führungspersönlichkeiten schaffen es, verschiedene Typen zusammenzuführen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie eine riskante Aufgabe übernehmen mussten?

Warum werden Sie das gefragt? In vielen Investmentbankingpositionen - Fusionsberatung, Wertpapierhandel, Vertrieb - ist es üblich, ein gewisses Risiko einzugehen, um die Geschäftsziele zu erreichen. Das trifft auf Geschäftsabschlüsse ("Deal Making") zu, aber auch auf das Ziel, neue Märkte zu erobern, Erträge zu steigern und Marktanteile von Konkurrenten zu gewinnen.

Was sollten Sie antworten? Nennen Sie Beispiele, wie Sie mit riskanten Situationen umgegangen sind. Dabei sollten Sie zeigen, wie Sie erfolgreich Chancen und Risiken gegenüber gestellt haben, wie Sie durch sorgfältige Planung versucht haben, Fehler zu vermeiden und was Sie getan haben, um den Gewinn zu maximieren. Studenten sollten auf Beispiele aus Ihrem ausseruniversitären Engagement verweisen.

So könnten Sie erzählen, wie Sie bei einer Auslandsreise verscchiedene Situtationen eingeschätzt haben. Oder Sie berichten, wie Sie auf eine gefährliche Situation reagiert haben. Auch möglich: Sie beschreiben, wie Sie Ihre Ersparnisse oder Ihr persönliches Investmentdepot managen, und nach welchen Gesichtspunkten Sie dabei Entscheidungen treffen.

Welche Fehler sollten Sie vermeiden? Tappen Sie bloss nicht in die Falle, und sagen Sie etwas, von dem Sie glauben, dass es der Personalmitarbeiter beim Vorstellungsgespräch hören will. Seien Sie originell und reden Sie auch ruhig über Persönliches. Zeigen Sie Risikobereitschaft.

Beschreiben Sie, wie Sie wichtige Aufgaben unter Zeitdruck gelöst haben.

Warum werden Sie das gefragt? Weil die Finanzbranche von Natur aus schnelllebig ist und alles Schlag auf Schlag geht. Sie müssen zeigen, dass Sie auch in solchen Phasen einen kühlen Kopf behalten, Prioritäten setzen und Entscheidungen rational unter Zeitdruck treffen können. Und mal ehrlich: Wenn Sie diese besonderen Eigenschaften nicht mitbringen, dann ist das Investmentbanking wohl nicht der richtige Ort für Sie.

Was sollten Sie antworten? Überlegen Sie gut, welches Beispiel Sie nennen. Ist es zu einfach, dann könnten Sie für zu leicht befunden werden. Gleichzeitig sollten Sie es nicht zu kompliziert machen. Beschreiben Sie kurz die Szenerie, wieviel Zeit Sie hatten, und was Sie bis dahin erreichen sollten. Erläutern Sie, wie und warum Sie die Prioritäten gesetzt haben

Welche Fehler sollten vermieden werden? Viele Bewerber geben lediglich eine Punkt-für-Punkt-Antwort. Tatsächlich können Sie zeigen, dass Sie auch quer denken können. Vergessen Sie nicht, kreative "Abkürzungen" und andere tolle Ideen herauszustellen.

Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie ein schwieriges Ziel erreicht haben. Wie haben Sie das geschafft? Was haben Sie daraus gelernt?

David Schwartz, früher bei Goldman Sachs für die Einstellung von Hochschulabsolventen verantwortlich, rät:

Der Personaler will eine überzeugende Geschichte zum Thema Erfolg hören. Egal, ob es dabei um eine akademische, sportliche, geschäftliche oder persönliche Leistung geht. Es sollte etwas sein, auf das Sie stolz sind, das Sie von der Masse unterscheidet, und aus dem Sie Lehren für das Leben gezogen haben.

Die Bank interessiert sich für den Schwierigkeitsgrad, ob Sie in der Lage sind, Ressourcen zielgerichtet einzusetzen und nach Belegen, die zeigen, dass Ihnen das Erreichte wirklich etwas bedeutet.

Unternehmen, die auf Teamarbeit wert legen, wollen Belege sehen, dass Gruppenarbeit notwendig war, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Dagegen wollen Unternehmen, die Unabhängigkeit und Unternehmergeist betonen sehen, wie kreativ Sie im Umgang mit Problemen sind.

Wie passt unser Unternehmen zu Ihren Karriereambitionen?

David Schwartz sagt:

Jedes Unternehmen sieht sich gerne als etwas einzigartiges, ob das nun berechtigt ist, oder nicht. Sie sollten sich deshalb die Webseite anschauen und sich einen Eindruck von der Kultur und Geschichte verschaffen. Finden Sie heraus, warum sich die Bank für so besonders hält. Dann denken Sie über Ihre Ziele nach und vergleichen Sie, ob es passt

Wenn Sie merken, dass es nicht passt, sollten Sie sich fragen, ob Sie sich überhaupt bei der bestimmten Bank bewerben wollen. Ich habe mich oft gefragt, warum sich Kandidaten bei zwei völlig verschiedenen Häusern bewerben. Früher war man entweder ein Salomon- oder ein Goldman-Typ, aber niemals beides.

Ein Haus wie die Citigroup engagiert sich auf allen Feldern, während sich eine Boutique wie Perella Weinberg auf die Fusionsberatung und Assetmanagement beschränkt.

Die sogenannten "Bulge-Bracket"-Unternehmen - also die grossen US-Investmentbanken - kümmern sich überwiegend um grosse Transaktionen, an denen die grössten Unternehmen der Welt beteiligt sind, während sich Häuser wie Jefferies eher um den mittelgrosse Firmen kümmern, die nicht im Dax-30 gelistet sind.

Bewerber sollten sich deshalb gut überlegen, was Sie am liebsten tun und in welchem Bereich eine Bank, bei der man sich bewirbt, besonders gut ist. Der Rest kommt dann von allein.

Nach welchen Kriterien haben Sie sich bei einer Investmentbank beworben?

Warum werden Sie das gefragt? Die Bank möchte sich einen Eindruck von ihren Recherchefähigkeiten verschaffen, vor allem wie gründlich und logisch Sie arbeiten. Investmentbanken suchen darüber hinaus nach Organisationstalent, gutem schriftlichem Ausdrucksvermögen usw. Banken wollen von Ihnen wissen, was Ihnen bei einer Bank wichtig ist und verknüpfen Ihre Antworten mit den Unternehmen, bei denen Sie sich beworben haben.

Sie wollen eine klare Strategie sehen, und zwar von Ihnen als Kandidat, aber auch, wie Sie Informationen über andere Investmentbanken gesammelt haben, und wie Sie diese Informationen dann bei der Auswahl verarbeitet haben.

Was sollten Sie antworten? Berichten Sie, wie Sie recherchiert haben, und warum Sie welche Schlüsse gezogen haben. Holen Sie sich Informationen von den Karrierewebseiten der Banken, aus der Finanz- und Wirtschaftspresse, von Karrieremessen, von Banken-Workshops und aus Gesprächen mit Kommilitonen, Bankmitarbeitern, Freunden und Bekannten, die bei Banken arbeiten.

Welche Fehler sollten Sie vermeiden? Vermeiden Sie zu generelle Antworten wie "Ich wollte mich nur bei den besten Investmentbanken bewerben". Und passen Sie auf, dass Sie sich nicht bei den Fakten irren. Sagen Sie also nicht, dass Sie sich bei einer führenden Bank mit weltweitem Hochschulrekruting bewerben wollten, wenn diese Bank nur regionale Optionen anbietet.

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