Von wegen Langeweile: Swiss Re deklassiert UBS und Credit Suisse

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Die Swiss Re in Zürich.

Die Rückversicherungs-Branche steht im Ruf seriös, ein wenig bieder und reichlich langweilig zu sein. Dagegen schlage im Banking das Herz am Puls der Märkte und hier werde das grosse Geld verdient. Die heute vorgelegten Quartalszahlen der Suisse Re stellen ein grosses Fragezeichen hinter diese Weisheit und lassen die beiden Schweizer Bankenriesen UBS und Credit Suisse wie Gewinnzwerge aussehen.

So hat die Swiss Re von Januar bis März einen Reingewinn von 1,141 Mrd. US-Dollar (1,03 Mrd. Franken) eingefahren, wie das Unternehmen am heutigen Freitag (4. Mai) mitteilte. Bei der UBS waren es schmale 827 Mio. und bei der Credit Suisse sogar nur winzige 44 Mio. Franken. Das ganze Ausmass des Debakels wird indes sichtbar, wenn man die Ergebnisse auf die Mitarbeiterzahl umlegt.

Demnach trug jeder der knapp 11.000 Mitarbeiter der Swiss umgerechnet rund 94.000 Franken zum Vorsteuergewinn bei. Bei der UBS waren es lediglich knapp 13.000 und bei der Credit Suisse kaum mehr als 900 Franken. Damit stellt sich wieder einmal die Frage, ob das hohe Gehaltsniveau im Banking angesichts der dürftigen Gewinne gerechtfertigt ist.

Doch mit dem guten Abschneiden im ersten Quartal steht die Swiss Re nicht allein. So hat beispielsweise der deutliche kleinere deutsche Wettbewerber Hannover Rück am gestrigen Donnerstag (3. Mai) einen Nettogewinn von umgerechnet 315 Mio. Franken vorgelegt. Bei gerade einmal gut  2200 Mitarbeitern generierte jeder Beschäftige durchschnittlich sogar über 140.000 Franken.

Die Gründe für den Geldsegen waren in Zürich hingegen ganz ähnlich wie in Hannover: Zunächst war das erste Quartal 2012 im Vergleich zum Vorjahr ziemlich arm an Katastrophen. Während Japan im März 2011 von einem schweren Erdbeben heimgesucht wurde, stellte die ungewollte Selbstversenkung des Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia im Mittelmeer die bislang teuerste Katastrophe in 2012 dar.

Darüber hinaus konnte die Swiss Re aufgrund der Vorjahresereignisse die Prämien kräftig anheben. So legten die Prämien im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21,7 Prozent auf 6,2 Mrd. US-Dollar zu. Die Schadenkostenquote verringerte sich im gleichen Zeitraum von 163,7 auf 84,9 Prozent und auch die Rendite auf Kapitalanlagen verbesserte sich von 3,9 auf 4,0 Prozent. Unter dem Strich erzielte die Swiss Re eine Eigenkapitalrendite von 15,3 Prozent.

„2012 hat gut angefangen. Wir konnten für das erste Quartal ein ausgezeichnetes Ergebnis erwirtschaften. Dies unterstreicht unsere Fähigkeit, in einem Umfeld steigender Preise profitables Wachstum und ein hervorragendes Ergebnis im Asset Management liefern zu können“, jubelte Swiss Re-Chef Michel Liès.  Das Unternehmen werde sich weiter darauf konzentrieren, das zyklische Rückversicherungsgeschäft zu beherrschen, um ein profitables Wachstum zu erzielen. Denn angesichts umfangreicher Katastrophen hatte die Swiss Re im ersten Quartal 2011 einen Verlust von 665 US-Dollar ausweisen müssen.

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