Warum die Hochschule St. Gallen zu den Top-Unis in Europa zählt

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Die Universität St. Gallen zählt wegen der Lehre, des Netzwerks, des Images und der Praxisnähe zu Europas Uni-Perlen. Nach einer Umfrage unter Absolventen bekommen die HSGler trotz Weltwirtschaftskrise im Schnitt zwei Jobangebote nach ihrem Abschluss. Die Einstiegsgehälter sollen im Vergleich zu 2008 sogar gestiegen sein.

Mit einem Nachteil allerdings müssen die Studierenden trotz aller akademischen Vorzüge leben: So gut wie der Ruf der HSG unter Unternehmensbossen und Wirtschaftswissenschaftlern auch ist, so schlecht ist er derzeit in der grösseren Öffentlichkeit.

Die Einheimischen in St. Gallen pflegen ihre Vorurteile schon seit langem. Die Kluft zwischen oben und "unten ist in der Finanzkrise kaum schmaler geworden. Aber auch in der öffentlichen Debatte stehen Kaderschmieden wie die HSG, die Koblenzer WHU oder auch die amerikanische Harvard Business School in der Kritik, kommen doch viele internationale Spitzenbanker und Führungskräfte - also die Mitverursacher der Wirtschaftskrise - von diesen Hochschulen.

Mehr als 90 studentische Vereine und Initiativen gibt es an der HSG. Eine von ihnen ist das International Student Committee (ISC). Seit 1970 organisieren rund zwei Dutzend Komitee-Mitglieder alljährlich das St. Gallen Symposium, zu dem internationale Wirtschaftsgrössen und 200 Studenten aus mehr als 60 Ländern eingeladen werden. "Revival of Political and Economic Boundaries" lautete in diesem Mai das Thema der Veranstaltung, die Weltpresse war da, der Fiat-Erbe John Elkann musste, vor Frühlingsalpenpanorama, die geplante Übernahme des deutschen Autoherstellers Opel erklären.

An der Hochschule ist vieles anders als an deutschen Unis. Oft sind es nur Kleinigkeiten: Das Mensapersonal grüsst stets freundlich und freut sich über Small Talk, wenn auch in schwerverständlichem Schweizerdeutsch. In der Cafeteria gibt es jeden Tag "feines hausgemachtes Birchermüsli", und um neun Uhr morgens macht das Personal die "Znünipause" mit Kaffee und "Gipfeli".

In dem 70.000-Einwohner-Städtchen gibt es ansonsten nicht viel, was die Studenten von der Arbeit abhalten könnte: ein paar nette Kneipen, Skigebiete in unmittelbarer Nähe und für Wassersport den Bodensee.

Viel Ablenkung wäre für die Studenten vor allem im ersten Jahr ohnehin nicht zuträglich. Da wird gnadenlos gesiebt. Rund 30 Prozent müssen wieder nach Hause fahren. Während Schweizer Studenten ohne Aufnahmeprüfung an der HSG beginnen dürfen, müssen alle Ausländer einen Aufnahmetest absolvieren. Jedes Jahr bewerben sich rund 1600 Leute aus anderen Ländern, angenommen werden davon rund 320.

Die Universität ist staatlich, der Semesterbeitrag beträgt mit rund 770 Euro nur geringfügig mehr als an einer vergleichbaren deutschen Hochschule.

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