Bei der Liechtensteiner LGT klingeln die Kassen - allerdings nur beim Fürstenhaus

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Bei der Liechtensteiner LGT Group dürfte sich die Fürstenfamilie über die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr freuen. Trotz des turbulenten Marktumfeldes konnte die fürsteneigene Bank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ihren Gewinn um 6 Prozent auf 100 Mio. Franken steigern, wie die LGT am heutigen Mittwoch (25. August) mitteilte.

Dagegen herrscht in den Portemonnaies der Mitarbeiter weiter Ebbe. So stieg der Personalbestand aufgrund der Übernahme der Dresdner Bank (Schweiz) um 11 Prozent auf 1923 Beschäftige an, während der Personalaufwand nur unterproportional um 7,6 Prozent auf 207,2 Mio. Franken zulegte. Somit wendete die LGT durchschnittlich pro Mitarbeiter knapp 108.000 Franken auf. Im Vorjahreszeitraum waren es noch gut 111.000 Franken gewesen.

Wende beim Netto-Neugeldzufluss geschafft

Auch bei den verwalteten Kundenvermögen geht es wieder aufwärts. Während das Liechtensteiner Institut im Vorjahreszeitraum noch einen Abfluss von Kundengeldern in Höhe von 1,6 Mrd. Franken verkraften musste, verzeichnete die LGT in den zurückliegenden sechs Monaten einen Netto-Neugeldzufluss von 1,1 Mrd. Franken. Per Ende Juni verwaltete die LGT Vermögenswerte in Höhe von 86,9 Mrd. Franken.

"Besonders erfreulich ist, dass wir bei der Entwicklung der Netto-Neugelder die Trendwende erreicht haben. Wir erwarten, dass die positiven Zuflüsse auch in der zweiten Jahreshälfte anhalten werden", sagte LGT-Chef Prinz Max von und zu Liechtenstein.

Das Eigenkapital des Unternehmens, das aus dem Vermögen der Fürstenfamilie besteht, legte um 2,3 Prozent oder 65 Mio. Franken auf 2,948 Mrd. Franken zu. So stieg auch die Kernkapitalquote von 18,5 auf 19,3 Prozent.

Genug Geld zur Übernahme der BHF-Bank vorhanden

Damit dürften die Kassen auch für Akquisitionen gut gefüllt sein. So wird die LGT Group in den Medien als heisser Kandidat für die Übernahme der Frankfurter BHF-Bank gehandelt. Dieses Bankhaus war im Zuge der Sal. Oppenheim-Übernahme in den Besitz der Deutschen Bank geraten und soll jetzt als ganzes veräussert werden.

Dabei wandte sich BHF-Chef Björn Robens heute in einem Interview mit der Börsen-Zeitung gegen eine Übernahme durch einen Finanzinvestor: "Wir sind an einem langfristig orientierten Investor interessiert. Ein Finanzinvestor würde eher begrenzt zur BHF-Bank passen."

Dies würde durchaus auf die LGT Group zutreffen. Laut Branchenkreisen dürfte die Deutsche Bank wenig Interesse verspüren, die BHF-Bank an einen direkten Mitbewerber wie beispielsweise der französischen Grossbank BNP Paribas fallen zu lassen. Doch auch der Preis dürfte eine Rolle spielen. Nach Medienberichten erhofft sich die Deutsche Bank aus dem Verkauf umgerechnet rund 850 Mio. Franken.

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