Aus dem Tagebuch eines Praktikanten (2): In der zweiten Woche bin ich dorthin gekommen, wo ich von Anfang an sein wollte

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Ich habe diese Woche erheblich optimistischer begonnen als ich die letzte beendet habe. Das Wochenende hat mich in eine bessere Stimmung versetzt und mich wieder auf meine Mission zurückgebracht, ein Angebot für eine Absolventenstelle zu ergattern. Das Glück war auf meiner Seite und ein Kollege hat mich informiert, dass ich sofort in den Bereich "Actual Markets" wechseln würde.

Es scheint, als hätte sich mein ständiges Piesacken und meine offensichtliche Unzufriedenheit mit meinem Arbeitsbereich ausgezahlt und die Personalabteilung hat letztlich entschieden, mich näher an dem Bereich einzusetzen, für den ich mich beworben hatte. Innerhalb von 15 Minuten sass ich in einem Konferenzraum mit einer der wichtigsten Rohstoff-Analystinnen der Bank. Sie gab mit einen vierstündigen Crashkurs über das Gebiet.

Als wenn das noch nicht aufregend genug gewesen wäre, wurde mir auch noch gegen Ende der Woche die Teilnahme an einer Konferenz mit einem Kollegen und dem Managing Director ermöglicht. Diese bestand aus einer Reihe von Gesprächen der besten Analysten der Bank aus aller Welt über einzelne Anlageklassen. Obgleich ich eine Rekordzahl von Kaffees benötigt habe, um wach zu bleiben, war es definitiv interessant!

Eben als ich begann, mich mit meinem 5*-Mittag zu beschäftigen, das für uns bereitstand, und ich dachte, es könne kaum noch besser werden, haben sich mir Kunden genähert wegen der Dienstmarke, die ich tragen musste. Es endete damit, dass ich mit einem Direktor eines der grössten Staatsfonds der Welt und mit zahllosen anderen wichtigen Leuten ins Gespräch kam, von denen mir alle viele Fragen zu den Märkten stellten.

Glücklicherweise hatte ich am Abend zuvor die Financial Times überflogen und konnte so mit ihnen ein Gespräch führen.

In dieser Woche habe ich auch mein erstes Projekt erhalten, eine Art Übung zum Datensammeln für Trader. Zunächst lief alles reibungslos, obgleich ich später auf eine Sackgasse stiess. Der Analyst, der mir den Auftrag gegeben hatten, war glücklicherweise nicht im Büro, womit mir die Zeit zu weiteren Nachforschungen gegeben war.

Am Freitagmorgen hat mich mein neuer Kollege (die Nachwuchskraft der Abteilung) mich damit überrascht, dass ich den "Morning Report" verfassen und ihn an die Kunden auf der ganzen Welt senden sollte. Als wenn das noch nicht genug gewesen wäre, gab er mir lediglich 15 Minuten, um ihm dies zuzusenden. Ich habe mich fieberhaft zusammengerissen und habe etwas abgeliefert, von dem ich hoffte, das es akzeptabel sein würde. Zu meiner Überraschung war mein Manager höchst zufrieden und hat meinen ersten Versuch nicht einmal überarbeitet.

Bevor ich mich versah, war es Freitagnachmittag und der Handelssaal leerte sich schneller als die Englandfans nach der Niederlage gegen Deutschland verschwanden! Unter dem Strich bin ich sehr zufrieden, wie sich diese Woche entwickelt hat.

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