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Neue Eigner bauen 70 bis 90 Stellen bei der AIG Private Bank ab

Die Anfang Dezember von einer arabischen Investmentgesellschaft übernommene AIG Private Bank reagiert auf die Finanzkrise und baut Stellen ab.

Weltweit will die einstige Tochter des angeschlagenen US-Versicherers AIG 120 der 420 Positionen streichen, davon sollen 70 bis 90 auf die Schweiz entfallen, teilte die Bank mit. Das Ausmass des Stellenabbaus wird aber erst nach Abschluss des gesetzlich vorgeschriebenen Konsultationsverfahrens am 26. Januar fest stehen, sagte eine Sprecherin zu eFinancialCareers.

AIG Private Bank will sich künftig nur noch auf vermögende Privatkunden konzentrieren. Nur in der Schweiz sollen auch institutionelle Kunden betreut werden.

Die betroffenen Mitarbeitenden – mehrheitlich aus dem Back-Office-Bereich – sollen “sozialverträglich” entlassen werden. Außerdem prüft die Bank, inwieweit die betroffenen Arbeitspläte ausgelagert werden können. In diesem Fall würden die Mitarbeiter an einen Dienstleister “verkauft”, der sich auf bestimmte Arbeitsabläufe spezialisiert hat.

Noch ist unklar, ob AIG Private Bank ein Einzelfall ist, oder ob auch andere eidgenössische Privatbanken wegen der Finanzkrise im großen Stil an der Personalschraube drehen werden.

Nicolas Pictet, Teilhaber der Genfer Privatbank Pictet, sagte in einem Interview mit “Finanz und Wirtschaft”, trotz gesunkenen Ertrags sei ein Stellenabbau für sein Haus kein Thema. Schließlich verfolgten Privatbanken ein anderes Geschäftsmodell, seien nicht kotiert und besässen einen langfristigen Horizont, so Pictet.

Zudem sei 2008 wirtschaftlich noch recht gut gewesen. “Wir haben neue Kundengelder gewonnen. Und wir haben eine Erfolgsbeteiligung für Mitarbeiter, die wirkt wie ein Puffer. Wir sehen uns nicht gezwungen, Personal abzubauen”, so der Banker weiter.

Vor einer Woche hatte Wegelin-Partner Konrad Hummler davor gewarnt, dass die Millionenverluste im Zusammenhang mit der Pleite des mutmaßlichen US-Betrügers Bernhard Madoff “unvermeidlich” zu sinkenden Gebühren und zu einem Verlust von Arbeitsplätzen führen werden.

Gegenüber eFinancialCareers stellte eine Wegelin-Sprecherin aber klar, dass die Bank selbst “kein Madoff-Exposure” habe und die Frage nach dem Abbau von Stellen deshalb kein Thema für Wegelin & Co. sei.

Bislang hielten sich die Jobverluste in der Schweizer Finanzbranche auch deshalb in Grenzen, weil Kantonal- und Genossenschaftsbanken die Gunst der Stunde genutzt haben und erfahrene Kräfte von den angeschlagenen Großbanken abwerben konnten.

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