Besser als Schoki: Schweizer lieben den CFA

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Für viele Jobs in den Finanzdienstleistungen wird der Chartered Financial Analyst (CFA) immer mehr zum Standard und Qualitätslabel, der somit einen wichtigen Karriereschritt für Asset Manager, Analysten, Risikomanager und Berater darstellen kann.

Mithin hält auch der Ansturm auf die Prüfungen der Swiss CFA Society (SCFAS) an. Allein in der Schweiz haben sich 1881 Kandidaten für die Prüfung im Juni diesen Jahres angemeldet. Trotz der Finanzkrise stellt dies eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent dar.

Erste Ländergesellschaft in Europa

Dabei spielt in keinem kontinentaleuropäischen Land der CFA eine so herausragende Rolle wie in der Schweiz. So wurde die SCFAS als erste Ländergesellschaft der internationalen CFA Society in Europa, Mittleren Osten und Afrika (EMEA) bereits in 1996 mit etwa 150 Mitgliedern gegründet.

Quelle: Swiss CFA Society

Mittlerweile zählt die SCFAS über 2100 Mitglieder. Damit handelt es sich um die grösste europäische Gesellschaft nach Grossbritannien mit über 6000 und vor Deutschland mit etwa 1400 Mitgliedern.

"Als Berufsverband der Finanzanalysten und Finanzfachleute und als Vertreter von über 1900 Mitgliedern in der Schweiz wollen wir Knowhow, Professionalität und Integrität im Finanzbereich gezielt fördern und einen Beitrag zum Erfolg des Finanzplatzes Schweiz leisten", sagte SFCAS-Präsident Daniel Jaedig bei seiner Wahl im Frühjahr.

Dabei geht der CFA ursprünglich auf eine US-Idee zurück. Mit dem Zertifikat sollte das Ausbildungsniveau in der Finanzbranche gesteigert und standardisiert werden. Überdies vermittelt der CFA auch ethisches Wissen und soll somit die Einhaltung moralischer Werte sicherstellen.

Nur rund ein Drittel der Teilnehmer besteht eine Prüfung

Der Lernstoff umfasst stattliche 1700 Seiten und ist international einheitlich, ebenso wie die Prüfungen. Das gesamte Programm findet in englischer Sprache statt. Dabei ist der Arbeitsaufwand ganz erklecklich. Für jeden der drei Lern- und Prüfungsabschnitte rechnet die CFA Society mit einem Lernaufwand von 300 bis 400 Stunden, was sich insgesamt auf immerhin 900 bis 1200 Stunden summiert - nebenberuflich versteht sich.

So ist der CFA auch eine recht anspruchsvolle Angelegenheit. Nur rund ein Drittel der Teilnehmer übersteht im weltweiten Durchschnitte eine Prüfung. Somit besteht auch nur ein Bruchteil der Kandidaten alle drei Prüfungen.

Doch um den Weg zum CFA ein wenig zu ebnen, gibt es einige Möglichkeiten. So werden kommerzielle Vorbereitungskurse angeboten. Überdies hat die SCFAS mit zwei Schweizer Hochschulen Kooperationsprogramme gestartet. Denn ein nicht unerheblicher Teil des Lernstoffs an so mancher wirtschaftswissenschaftlicher Fakultät findet sich auch in einem CFA wieder. So arbeitet das SCFAS mit den Universitäten Str. Gallen und Lausanne zusammen.

Bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags mit der HEC Lausanne sagte SCFAS-Geschäftsführerin Anne-Katrin Scherer: "Durch die Einbettung des CFA Program in den Studienplan unterstreicht die Universität Lausanne die Bedeutung einer auf Professionalität und ethischen Grundsätzen basierenden Schweizer Finanzbranche."

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