UBS droht Jobkahlschlag - angeblich 8.000 Stellen auf der Kippe

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"Immer wieder Sonntags kommt die Erinnerung" heisst es in einem Schlager aus den siebziger Jahren. Im Zeitalter der Finanzkrise muss es freilich heissen "Immer wieder Sonntags gibt es Hiobsbotschaften von der UBS". So auch gestern.

Die gleichnamige Zeitung berichtete nicht nur über erneute Milliardenabschreibungen im ersten Quartal, sondern auch über den bevorstehenden Abbau von 8.000 Stellen, davon 5.000 in der Schweiz - vor allem im Private Banking. Erst vor zwei Wochen hatte die "Sonntagszeitung" über einen Abbau von weltweit 5.000 Stellen berichtet, davon 2.500 im Wealth Management.

Offenbar will der seit wenigen Wochen amtierende Vorstandsvorsitzende Oswald Grübel das erste Quartal nutzen, um Tabula rasa zu machen und mit der Politik seiner Vorgänger Marcel Rohner und Peter Wuffli zu brechen. Dabei hat sich der langjährige Chef von Erzkonkurrent Credit Suisse selbst unter Druck gesetzt, als er die Rückkehr in die Gewinnzone noch in diesem Jahr ankündigte. Deshalb wird Oswald, dem der Ruf vorauseilt, ein harter Hund zu sein, natürlich versuchen, alle schlechten Nachrichten noch in das erste Quartal zu packen.

Vor diesem Hintergrund ist die Kommunikation der Bank einfach nur schlecht. Es ist ein Unding, dass die Mitarbeiter davon wieder nur aus der Presse erfahren, und die Bank anschliessend lauwarme Dementis ausspricht.

Dass nach den Entlassungswellen im Investmentbanking dieses Mal die Private Banker an die Reihe kommen, kann nicht überraschen. Schliesslich haben tausende Kunden der UBS wegen des Steuerskandals in den USA und der Rekordabschreibungen den Rücken gekehrt und ihr Geld bei anderen Instituten deponiert. Es wäre deshalb nicht verwunderlich, wenn viele UBS-Mitarbeiter wegen dieser Misere derzeit mehr Däumchen drehen als Umsatz zu machen.

Zu beobachten ist im Moment, dass sich bei der UBS in den USA und in Asien die Abgänge häufen. Sowohl die Deutsche Bank als auch die Royal Bank of Scotland meldeten in der vergangenen Woche Zugänge von bekannten UBS-Bankern.

Die UBS ist eine der am stärksten von der Finanzkrise betroffenen Banken in Europa. Seit Mitte 2007 hat das Institut bereits rund 37 Mrd. Euro abgeschrieben und mehr als 7.000 Arbeitsplätze abgebaut, die meisten davon im Investmentbanking.

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