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Das M&A-Geschäft in der Schweiz boomt – also alles nicht so schlimm?

Da schlägt man morgens die Zeitung auf – und dann das. Der Finanzplatz Schweiz ist offenbar doch noch nicht so tot wie man als unbedarfter Leser zuletzt glauben musste.

Das wochenlange Trommelfeuer schlechter Nachrichten hat bei vielen den Eindruck erweckt, als ob Finanzgiganten wie die UBS und Credit Suisse wegen der Subprimekrise morgen auseinander fallen würden.

Nun sieht es aber so aus, als hauche ausgerechnet das dahindümpelnde M&A-Geschäft der Finanzbranche den dringend benötigten Sauerstoff ein.

Tatsächlich haben die Fusionsberater der führenden Investmentbanken gut zu tun. Derzeit profitieren sie von der Lust eidgenössischer Konzerne dazuzukaufen, abzuspecken und umzubauen.

Erst kündigte vor drei Monaten der Pharmakonzern Novartis an, sich die US-Tochter Alcon vollständig einverleiben zu wollen. Nun legt Erzkonkurrent Roche nach und 43,7 Mrd Franken für die restlichen Anteile der US-Tochtergesellschaft Genentech auf den Tisch.

Bereits im Mai hatte der US-Tabakkonzern Altria angekündigt, sein mehr als 100 Mrd Dollar schweres internationales Zigarettengeschäft mit Sitz in Lausanne abzuspalten.

Diese Megadeals sind nicht nur Balsam für den einen oder anderen psychisch angeschlagenen Fusionsberater. Auch die Finanzvorstände der Investmentbanken dürfen sich über die üppigen Honorarschecks freuen.

Bleibt nur noch die Frage, wer von den wenigen Riesendeals letztlich profitieren wird. Credit Suisse wurde zwar von Altria mandatiert, die angeschlagene UBS dagegen ging leer aus. Und dass, obwohl insgesamt sieben Investmentbanken für diesen Megadeal verpflichtet wurden.

Was meinen Sie? Können die Königsmacher unter den Investmentbankern die angeschlagenen Schweizer Großbanken wieder flottmachen? Oder sind die M&A-Honorare angesichts der Milliardensummen nur Tropfen auf den heißen Stein?

Kommentare (4)

Comments
  1. Die M&A-Berater werden sicher nicht die Finanzprobleme der UBS lösen. Aber Kleinviech macht bekanntlich auch Mist. Im übrigen teile ich die Ansicht, dass das mediale “Trommelfeuer” die Realität etwas vernebelt. So lange die Aktionäre bereit sind, Kapital zuzuschießen, mache ich mir um die UBS keine Sorgen.

  2. Die Zahlen der Credit Suisse von heute morgen zeigen ja, dass zumindest CS aus dem gröbsten raus ist.

  3. Ich bin nicht ganz so optimistisch wie die anderen Schreiber in diesem Forum. Es würde mich jedenfalls nicht wundern, wenn wir bislang lediglich die Spitze des UBS-Eisbergs gesehen haben. Die aggressive Expansion in das Investmentbanking war rückblickend betrachtet wohl ein Fehler. Von den Interessenkonflikten, die das Geschäftsmodell als integrierte Bank so mit sich bringt, mal ganz zu schweigen.

  4. Was für eine Frage? Natürlich besteht für Panik überhaupt kein Grund. Wir Schweizer sind weiter global gesehen führend im Private Banking und Asset Management. Die Deutschen wären froh, wenn Hedgefonds wie Man weiter nördlich domizilierten.
    Die Finanzkrise wird den Finanzplatz Schweiz bestimmt nicht gefährden. Eher schon US-Gerichte, die unser Bankgeheimnis aushebeln wollen.

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