ENTTÄUSCHEND: UBS verliert auch im dritten Quartal Geld und Kunden

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Die UBS hat auch im dritten Quartal rote Zahlen geschrieben. Der Verlust von 564 Mio. Franken lag deutlich über den Erwartungen von Analysten, die lediglich ein Minus zwischen 300 und 500 Mio. Franken erwartet hatten.

Die Investmentbank, die im zweiten Quartal noch einen Vorsteuerverlust von 1,9 Mrd. Franken zu verbuchen hatte, kam nun auf ein Minus von 1,4 Mrd. Franken. Nach Ansicht von WestLB-Analyst Georg Kanders hat die UBS im dritten Quartal die Erwartungen mit einem unvorhergesehen hohen Nettoverlust verfehlt. Besonders enttäuscht habe das Privatkundengeschäft. Dies gelte für Ertrag, Margen und Kosten gleichermassen.

Davon wollte Konzernchef Josef Grübel nichts wissen: "Die vom Management ergriffenen Massnahmen führen zu greifbaren Resultaten. Nun erwarte ich weitere Fortschritte in den nächsten Quartalen, namentlich im Jahr 2010", so der CEO.

Auch im dritten Quartal wurden viele Arbeitsplätze abgebaut. Weltweit fiel die Zahl der Jobs von Juli bis September um 2.783 auf 69.023, wobei rund ein Drittel auf den Verkauf von Tochtergesellschaften entfiel. Ende 2008 beschäftigte die Grossbank weltweit noch 77.800 Mitarbeiter.

Das Minus im dritten Quartal entfiel vor allem auf das Wealth Management and Swiss Bank (minus 666), das Wealth Management Americas (1.097) und das Investmentbanking (792). Dagegen nahm die Zahl der Mitarbeiter im Global Asset Management lediglich um 191 Stellen ab.

Im kommenden Jahr soll die Mitarbeiter nun auf rund 65.000 sinken, wobei zahlreiche Jobs nicht wegfallen, sondern durch den Verkauf von Tochtergesellschaften (UBS Pactual) und Filialen lediglich einen neuen Eigentümer finden.

Wie bei anderen internationalen Grossbanken sind auch bei der UBS die Rücklagen für die Boni im Investmentbanking gestiegen. Ende September beschäftigte der Bereich noch weltweit 16.130 (Vorjahr: 20.841).

Der Bilanzverlust geht hauptsächlich auf drei Sonderfaktoren zurück: So musste die Bank auf eigenen Schuldtiteln einen Bewertungsverlust von 1,4 Mrd. Franken verbuchen - nach einem Minus von 1,2 Mrd. im Vorquartal.

Zudem sorgte der Verkauf der brasilianischen Bank Pactual für einen Nettoverlust von 409 Mio. Franken. Und schliesslich führte die Wandlung der Pflichtwandelanleihe, die beim Bund plaziert war, zu einem buchhalterischen Minus von 305 Mio. Franken.

Ohne diese drei Faktoren hätte ein operativer Gewinn vor Steuern von 1,6 Mrd. Franken zu Buche gestanden.

Bei den Kundengeldern ist dagegen ein Ende der Abflüsse nicht absehbar. Er machte netto 36,6 Mrd. Franken aus, nach 39,4 Mrd. im zweiten Quartal.

Im Kernbereich Wealth Management & Swiss Bank betrug der Nettoabfluss sogar überraschend hohe 16,7 Mrd. Franken nach 16,5 Mrd. im Vorquartal. Besserung bei den Kundengeldern ist nicht in Sicht. "Wir sehen derzeit keine unmittelbare Wende zu positiven Zuflüssen", sagte Finanzchef John Cryan.

Im Unterschied zu früher muss die Grossbank auch kräftige Abflüsse von Schweizer Kunden hinnehmen, die unter dem Strich 3,9 Mrd. Fr. abzogen.

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