Privatbanken-Krise: EFG International setzt 80 Client Relationship Officer vor die Tür

eFC logo

Die Kundenberater, neudeutsch Client Relationship Officer (CRO), stellen ein gewichtiges Kapital einer jeden Privatbank dar. Denn sie halten den Kontakt zum Kunden und seinem Vermögen, worüber letztlich die Erträge generiert werden.

Daher wirft es ein bedenkliches Licht auf den Zustand der Schweizer Wealth Management-Branche, wenn eine Bank wie EFG International ankündigt, in den kommenden 18 Monaten 80 CRO vor die Tür zu setzen. Damit streicht die Bank 15 Prozent ihrer noch 530 CRO.

Insgesamt will sich EFG International bis 2013 von 10 bis 15 Prozent ihrer 2500 Mitarbeiter trennen, womit 250 bis 375 Stellen wegfallen werden. Die von der griechischen Reederfamilie Latsis kontrollierte Bank will auf diese Weise Kosten von insgesamt 35 Mio. Franken jährlich einsparen.

Besonders die Kürzungen bei den CROs scheinen der EFG Kopfschmerzen zu bereiten. Denn die Bank überschüttet in einer Pressemitteilung ihre Spitzenkräfte geradezu mit Lob: "In den letzten fünf Jahren haben von über 300 Private Banking CROs, die je mindestens CHF 100 Mio. an Vermögen (bzw. mehr als 50 Prozent der Gesamtvermögen) verwalten, nur gerade acht zu einer anderen Organisation gewechselt." Insgesamt verwaltet EFG Kundenvermögen von 80 Mrd. Franken.

Mit der Umstrukturierung zieht EFG International die Konsequenzen aus der schlechten Ertragsentwicklung. Statt eines prognostizierten Reingewinns von 140 Mio. bis 160 Mio. Franken rechnet das Zürcher Institut für das laufende Jahr sogar mit einem Verlust. Dabei wird das Jahresergebnis 2011 einmalig mit Restrukturierungsaufwendungen von 50 Mio. Franken belastet.

Close