Wo Banker in der Schweiz leben sollten

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Zum dritten Mal nach 2006 und 2008 hat die Credit Suisse ermittelt, wo in der Schweiz den Menschen das meiste Geld im Portemonnaie verbleibt. Von den Bruttogehältern wurden Steuern, Krankenkassenbeiträgen, Wohnkosten samt Energiekosten und Pendelkosten abgezogen. Am Ende bleibt das frei verfügbare Einkommen übrig.

Durchschnittlich müssen Schweizer mit 11,7 Prozent Steuern, 15,1 Prozent Krankenkassenbeiträge, 15,2 Prozent für Wohn- und Nebenkosten sowie 3 Prozent fürs Pendeln rechnen. Einem Durchschnittshaushalt mit 2,2 Personen und einem Bruttoeinkommen von knapp 109.000 Franken bleiben 57.690 Franken oder 52,8 Prozent als frei verfügbares Einkommen übrig, wobei die Unterschiede zwischen den einzelnen Kantonen und Gemeinden zum Teil dramatisch ausfallen.

Dabei trifft es Banker besonders hart. Denn die Finanzzentren der Schweiz - Genf, Basel und Zürich - zählen sämtlich zu den teuersten Orten des Landes. Um die einzelnen Kantone miteinander zu vergleichen, hat die Credit Suisse den sogenannten Regional Disposable Income-Indikator (RDI-Indikator) entwickelt. Der Wert 0 stellt den Schweizer Durchschnitt dar, während ein negativer Wert für ein unterdurchschnittliches verfügbares Einkommen und ein positiver Wert für ein überdurchschnittliches Einkommen steht.

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Demnach bleibt in Uri mit gut 2 am meisten vom Gehalt übrig, gefolgt von Glarus und Appenzell Innerrhoden. Doch welcher Banker will dort schon leben? Dagegen sieht es in Genf mit einem RDI-Indikator von -4 rabenschwarz aus. Auch ein Ausweichen nach Waadt bringt wenig, da dieser Kanton mit gut -1 den drittschlechtesten Wert in der Schweiz einnimmt.

Auch in Basel bleibt Bankern relativ wenig zur freien Verfügung übrig. Basel-Stadt hat mit gut -1 den zweitschlechtesten Wert nach Genf, und Basel-Landschaft mit -0,5 den viertschlechtesten.

Selbst Zürich als der wichtigste Finanzplatz landet mit knapp -0,5 auf dem fünftschlechtesten Platz. Doch anders als etwa in Genf haben die Zürcher Banker, die Chance, vor den hohen Steuern und Wohnkosten der Stadt in die umliegenden Kantone zu entfliehen.

So weisen Aargau und Schwyz einen RDI-Indikator von jeweils etwa 1 auf und auch Zug liegt leicht im Plus, wobei dort allerdings die niedrigen Steuern von den hohen Wohnkosten weitgehend aufgezehrt werden.

In der Credit Suisse-Studie heisst es hierzu: "Die Zentrumsregionen mit ihren grösstenteils höheren Immobilienpreisen, Steuerbelastungen und Krankenversicherungsprämien vermögen in Bezug auf die finanzielle Wohnattraktivität meist nicht mit kleineren Gemeinden im weiteren Agglomerationsgürtel oder in der Peripherie mitzuhalten. Eine Reihe von Agglomerationsgemeinden positioniert sich attraktiv für Beschäftigte in den Zentren. Diese können durch eine Wohnortoptimierung ihr frei verfügbares Einkommen erhöhen, ohne allzu lange Distanzen zum Arbeitsort in Kauf nehmen zu müssen."

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