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Einstellungswelle bei der UBS geht weiter. Aber würden Sie dort arbeiten?

Es wurde erwartet, dass die Einstellungen bereits letztes Jahr abgeschlossen sein würden, doch das scheint nicht der Fall zu sein.

Die UBS veröffentlichte, dass sie bereits 2010 hunderte gestandener Investmentbanke eingestellt hat. Anschließend sollte der Schwerpunkt auf der Kostenreduzierung liegen. Jedoch zeigt sich in den neuesten Ergebnissen, dass die Mitarbeiterzahl im Investmentbanking im ersten Quartal 2011 um weitere 5% gestiegen ist.

Das sind 768 neue Leute, in einer Zeit, in der die UBS durchaus auch Arbeitskräfte freisetzte. Die Zahl der Einstellungen könnte also tatsächlich noch höher ausgefallen sein.

Um wen ging es?

Man weiß, dass die UBS im Bereich Equity Derivatives unter Yassine Bouhara eingestellt hat, jedoch hauptsächlich an Ehemaligen der Deutschen Bank interessiert sei, ohne ihnen jedwede Garantien zu versprechen. Letzte Woche zum Beispiel hat sie einen Spezialanbieter strukturierter Produkte übernommen und darüber hinaus 22 neue Leute eingestellt – die meisten davon ehemalige Angestellte der Deutschen Bank.

Die UBS hat auch den Devisenbereich umorganisiert und erklärte die Absicht, die Mitarbeiterzahl in asiatisch-pazifischen Raum substantiell zu erhöhen.
Jedoch hat CFO John Cryan in der heutigen Telefonkonferenz gesagt, dass die meisten Einstellungen in “Kontrollfunktionen” stattfanden, weil die Bank versucht eine Wiederholung von 2007/8 zu vermeiden.


UBS ist Klassenbester

Sollten Sie die Tür öffnen, wenn die UBS klopft?

Die Ergebnisse der UBS im ersten Quartal waren gut. Wie Analysten bei Bernstein Research herausstellen, lagen die Erträge im Bereich Investment Banking lediglich 9% unter denen des ersten Quartals 2010, was einem 4%-Wachstum auf Eurobasis gleichkommt. Ím Vergleich ergeben sich eine 25%-Verringerung bei der Citigroup, minus 22% im Investmentbanking der Bank of America und 7% geringeren Erträgen bei Goldman Sachs.

Die Investment Bank der UBS ist wie durch ein Wunder gleichauf mit dem Klassenbesten – JPMorgan, wo sich die Erträge im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1% erhöhten.

Sogar Renten, Währungen und Rohstoffe (FICC) schlugen sich – trotz der Andeutungen der UBS, sich dort zurückzuziehen – gut. Die Erträge gingen um 3% zurück, während die ganze Branche einen 19%-Verlust verkraften musste.

Gesundheitswarnungen

Dennoch bedeutet das nicht, dass sie jetzt zur UBS laufen sollten.

· Erstens, möchte die UBS keine Garantien mehr zahlen.

· Zweitens, hat sie letztes Jahr viele “Nullboni” gezahlt.

· Drittens, scheint sie die Gehälter 2011 zu kürzen: Pro Kopf wurden 106.000 Schweizer Franken gezahlt, 13% weniger als 2010.

· Viertens, da die Gewinne im Investmentbanking im Vergleich zum Vorquartal um 30% auf 835 Millionen Schweizer Franken sanken, entfernt man sich vom Ziel, bis 2014 einen Jahresgewinn von 6 Milliarden Schweizer Franken zu erzielen. Das könnte Druck zur Kostenreduzierung auslösen.

· Fünftens, mit Erträgen von 1,8 Milliarden Schweizer Franken im Bereich Renten, Währungen, und Rohstoffe (FICC), sogar nachdem man einige Rohstofferträge umverteilt hat, sieht das Jahresziel von 8 Milliarden Schweizer Franken zwar immer noch herausfordernd aus – insbesondere da die Erträge im Bereich FICC üblicherweise im Verlauf des Jahres bei der UBS sinken – scheint aber erreichbar zu sein. Cryan bestätigte, dass die Kosten bei Renten, Währungen und Rohstoffen auf Basis von Erträgen um 8 Milliarden prognostiziert sind. Das impliziert nötige Kostenschnitte, falls die Ziele nicht erreicht werden.

· Sechstens, die relativ starken Ergebnisse im Bereich Renten, Währungen und Rohstoffe könnten Ergebnis von höheren eingegangen Risiken sein. Der Value at Risk im Investment Banking stieg im ersten Quartal im Vorjahresvergleich um 40%.

· Siebtens, die Kosten steigen. Die Kosten-Ertrags-Relation im Investmentbanking lag bei 75,8% im ersten Quartal, höher als die 71,5% des vergangenen Jahres. In einer Zeit, wo der Fokus angeblich auf Kostenkontrolle liegt, sieht das nicht gut aus.

· Achtens, die Eigenkapitalrendite im Investmentbanking sieht schlecht aus. Man erreichte 11,5% im abgelaufenen Quartal versus 19,8% im Vorjahresquartal.

· Neuntens, risikogewichtete Vermögenswerte werden auf dem Niveau vom ersten Quartal eingefroren, was es der UBS schwierig machen könnte, mit anderen Banken in der Zukunft mitzuhalten.

· Letztens: Alles an den Ergebnissen der UBS deutet auf notwendige Kostenreduzierungen hin. Daher ist nicht vollends klar, warum weiterhin so stark eingestellt wird.

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