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Banker aus Singapur freuen sich über UBS-Desaster

Der unendliche Streit rund um die UBS und die geplante Überstellung von 4450 Kundendaten an die US-Behörden werfen ein weiteres Mal die Frage auf, welche Bedeutung das eigenössische Bankgeheimnis für die Schweiz als Topstandort in der Vermögensverwaltung zukommt.

Nachdem die europäischen Finanzzentren mit einem traditionell strengen Bankgeheimnis wie die Schweiz zunehmend unter massiven Druck seitens der OECD und der EU geraten, scheinen die asiatischen Standorte hiervon zu profitieren.

Laut dem Chef des Private Banking der Oversea-Chinese Banking Corp. Renato de Guzman gebe es bei Anlegern aus Europa und Nahost definitiv einen Trend, Geld aus der Schweiz in Richtung Asien abzuziehen, sagte Guzman gegenüber Bloomberg.

“Für viele von ihnen sei es ein verlockendes Angebot, über eine Bank in Singapur zu verfügen, die keinerlei Verbindungen zur Schweiz hat,” ergänzte der 59jährige Banker. “Wir haben bereits einen europäischen Schalter eingerichtet, der darin erfolgreich ist, Anlagevermögen aus der Schweiz hierher zu verlagern. Damit bedienen wir diejenigen, die nach einer Alternative zur Schweiz suchen, da dort einiges falsch läuft.”

Anleger ziehen Geld von der UBS ab

Im Fokus steht neben anderen Schweizer Instituten vor allem die UBS, die sich in eine prekäre Lage manövriert hat: Einerseits sieht ein Staatsvertrag zwischen der Schweiz und den USA die Herausgabe von 4450 US-Kundendaten an die Behörden der Vereinigten Staaten vor, andererseits hat das Bundesverwaltungsgericht in Bern eben diese Herausgabe verworfen.

Die Ungewissheit über die Zukunft der UBS scheint sich auch in den Mittelabflüssen niederzuschlagen. Per Ende September 2009 verwaltete das UBS-Wealth Management außerhalb Amerikas 982 Mrd. Franken. Bis zu diesem Zeitpunkt musste die Großbank in 2008 und 2009 einen Nettoabfluss von rund 103 Mrd. Franken verkraften.

Da es sich bei Wealth Management um den wichtigsten Geschäftsbereich der UBS handelt, ist diese Entwicklung von besonderer Brisanz. In einer Mitteilung an das Personal habe der UBS-Vorstandsvorsitzende Oswald Grübel laut Bloomberg kürzlich die Mitarbeiter aufgefordert, weiteren Abhebungen entgegenzuwirken.

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